Weltwirtschaftlicher Preis an Ex-EU-Kommissionspräsident Delors

3. Juli 2006, 15:57
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Sowie an US-Wirtschaftsnobelpreisträger Akerlof und Ex-Nokia-Chef Ollila

Kiel - Der frühere EU-Kommissionspräsident Jaques Delors, der Wirtschaftsnobelpreisträger von 2001, George Akerlof, und der Ex-Chef des finnischen Handy-Herstellers Nokia, Jorma Ollila, haben am Sonntag in Kiel den Weltwirtschaftlichen Preis erhalten. Sie hätten sich um den Dialog von Wirtschaft, Politik und Wirtschaftswissenschaft verdient gemacht, den die globalen Herausforderungen wie hohe Energiepreise und anhaltende Massenarbeitslosigkeit erforderten, sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower.

Die undotierte Ehrung wird seit 2005 vom IfW und der Stadt Kiel verliehen. Der Weltwirtschaftliche Preis geht jeweils an einen Politiker, einen Unternehmer und einen Wirtschaftsforscher. Er würdigt besondere Leistungen zur Stärkung Europas in der Weltwirtschaft.

EU-Kommissionspräsident

Der Franzose Delors war von 1985 bis 1994 Präsident der EU-Kommission in Brüssel. Meilensteine der europäischen Integration wie der Binnenmarkt und die Wirtschafts- und Währungsunion seien mit dem Namen von Delors verbunden, sagte Snower in der Laudatio. Der Franzose habe aber auch alles dafür getan, die EU zu einer politischen und sozialen Union weiterzuentwickeln.

Der US-Forscher Akerlof hatte in seinem Aufsatz "Das Saure-Gurken-Problem" Mechanismen des Gebrauchtwagenmarkts untersucht. Er zeigte dabei, dass freie Märkte nicht funktionieren, wenn Käufer und Verkäufer ungleichen Zugang zu Informationen haben. Akerlof untersuchte auch Arbeitsmarkt-Mechanismen. "Seine Arbeiten helfen uns verstehen, warum die freie Marktwirtschaft manchmal Ressourcen verschwendet und soziale Ungleichheiten erzeugt", sagte Snower.

Zum langjährigen Nokia-Chef Ollila sagte Snower, er habe bewiesen, wie aus der globalisierten Welt mit all ihren Unsicherheiten neues kreatives Potenzial zu entwickeln sei. Nokia habe sich auch bei Umweltstandards und sozialen Projekten einen Namen gemacht. Nokia war Ende der 80er ein Übernahmekandidat gewesen, der eine breite Palette von Gummistiefeln über Toilettenpapier bis Unterhaltungselektronik produzierte. Heute ist das Unternehmen Handy-Weltmarktführer.

Die Auszeichnung hatten 2005 der ehemalige niederländische Ministerpräsident Wim Kok, Nobelpreisträger Robert Mundell und Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking bekommen. (APA)

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