Shuttle-Start am 1. Juli trotz Einwänden der Sicherheitsexperten

18. Juni 2006, 16:42
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Änderungen am Außentank empfohlen, aber kein Veto gegen Start eingelegt - es wäre erst der zweite nach der "Columbia"-Katastrophe

Washington - Die US-Raumfahrtbehörde NASA will trotz der Einwände eigener Sicherheitsexperten wie geplant am 1. Juli die Raumfähre "Discovery" starten. Dies teilte die NASA in Cape Caneveral (US-Bundesstaat Florida) am Samstag mit. Der Flug zur Internationalen Raumstation ISS wäre der erste seit knapp einem Jahr und der zweite nach der "Columbia"-Katastrophe am 1. Februar 2003, als alle sieben Astronauten an Bord starben.

Der Entscheidung nach zweitägigen Beratungen sei zwar einstimmig erfolgt, sagte NASA-Direktor Michael Griffin. Allerdings hatten NASA-Sicherheitsexperten weitere Änderungen am Außentank vor einem Start empfohlen. Trotz ihrer Empfehlungen hatten sie aber gegen den Starttermin kein Veto eingelegt. Griffin sagte, das Weltraumfähren-Programm würde beendet werden, falls es noch einmal einen Unfall wie damals mit dem "Challenger" oder der "Columbia" geben würde. Die letzte Entscheidung über einen Start müsse er selbst fällen, so Griffin.

Schwierigkeiten mit Außentank

Die meisten Schwierigkeiten haben die Techniker mit dem Außentank der "Discovery", wo bereits rund rund 15 Kilo Schaumstoff an der Isolierung entfernt worden waren. Abgelöste Teile der Isolation hatten bei der "Columbia" die Katastrophe ausgelöst. Die derzeitigen Probleme seien aber nicht vergleichbar mit jenen der "Columbia", so Griffin. Damals hatte sich beim Start ein Stück Schaumstoff vom Außentank gelöst und ein Loch in das Hitzeschild geschlagen, durch das dann beim Rückflug extrem heiße Gase in den Shuttle eindrangen.

Auch beim letzten "Discovery"-Start im Juli 2005 war vom 47 Meter langen Außentank ein Stück Isolierschaum abgebrochen, ohne dass dies allerdings gravierende Folgen gehabt hätte. 1986 starben sieben Astronauten, als die Fähre "Challenger" kurz nach dem Start explodierte.

Die siebenköpfige Besatzung der "Discovery" soll während des zwölf Tage langen Einsatzes neue Sicherheitsmaßnahmen testen und Reparaturen an der ISS vornehmen. Außerdem sind bisher zwei Außeneinsätze im Weltraum geplant. (APA)

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