Togo spielt mit Disqualifikation

19. Juni 2006, 15:51
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Wegen immer noch ungelöstem Prämienstreit drohten die Spieler des WM-Neulings mit Streik - die FIFA musste eingreifen

Wangen im Allgäu/Dortmund - Erst ist die Trainerposse zur Schlammschlacht geworden, dann drohten die Spieler mit Streik: WM-Neuling Togo hat am Sonntag erneut für Aufregung gesorgt. Vor dem zweiten Gruppenspiel am Montag in Dortmund gegen die Schweiz verzögerte die Mannschaft nach langen Verhandlungen über die immer noch nicht gezahlten Prämien die Abfahrt aus dem Teamquartier in Wangen im Allgäu. Erst nach einer massiven Intervention des Weltverbandes FIFA bestiegen die Westafrikaner in Friedrichshafen mit zweistündiger Verspätung das Flugzeug nach Dortmund.

"Natürlich haben wir da etwas mitgeholfen. Wir haben den Leuten zur Kenntnis gebracht, dass es gravierende Folgen haben kann, wenn sie nicht antreten", sagte FIFA-Sprecher Markus Siegler der dpa am Sonntag. Die diplomatische Ausdrucksweise des Schweizers lässt auf massiven Druck des Weltverbandes schließen, der einen ernsten Imageschaden für das bisher so erfolgreiche Turnier fürchten musste. Nach Artikel 11.2 des FIFA-Regelwerks wird eine Mannschaft disqualifiziert, wenn sie nicht zu einem Spiel erscheint.

Ob mit der Abreise nach Dortmund auch der angedrohte Boykott vom Tisch ist, blieb zunächst unklar. Noch nie in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften hat eine Mannschaft ein Endrundenspiel boykottiert. Für den Abend war das togolesische Training im Dortmunder WM-Stadion angesetzt.

Statt um 09.30 Uhr den Mannschaftsbus zum Flughafen zu besteigen, verhandelte die Mannschaft mit dem Fußballverband. Togos deutscher Nationaltrainer Otto Pfister zeigte sich auf der Busfahrt zum Flughafen Friedrichshafen von der Situation genervt. "Ich nehme an, dass sie eine Lösung gefunden haben", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. "Ich weiß aber nicht, wie sie aussieht und will es auch nicht wissen." Spieler und Verband hatten sich bereits auf 50.000 Euro geeinigt, doch die Zahlung ließ auf sich warten.

Wegen des Prämienstreits war Pfister am ersten WM-Wochenende zurückgetreten und nach einer chaotischen Nachfolgersuche erst einen Tag vor Togos Auftaktniederlage gegen Südkorea wieder auf die Trainerbank zurückgekehrt. (APA/dpa/Reuters)

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