1860 bäckt kleinere Brötchen

27. Juni 2006, 16:41
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Budget und Ziele des Schachner-Klubs nach unten revidiert - Sportliche und wirtschaft­liche Konsolidierung haben Vorrang

München - Im Schatten der Fußball-Weltmeisterschaft startet Walter Schachner am Montag mit dem deutschen Zweitligisten TSV 1860 München die Vorbereitung für die Saison 2006/07. Schon sein erstes halbes Jahr bei den "Löwen" war von einigen Problemen gekennzeichnet, einfacher dürfte es auch im kommenden Spieljahr nicht werden. "Unser Budget ist von 9,5 auf 7,2 Millionen Euro reduziert worden", erzählte der frühere GAK-Meistermacher, dessen Klub erst am vergangenen Dienstag endgültig die Lizenz erhalten hatte.

Aus diesem Grund wurden auch die Saison-Vorgaben reduziert. War vor der vergangenen Saison noch der Aufstieg in die Bundesliga das große Ziel, geben sich die "Sechziger" diesmal bescheidener. "Es gibt keine Vorgabe, was den Tabellenplatz betrifft, der Aufstieg wird schon gar nicht verlangt. Wir wollen Stabilität im sportlichen und wirtschaftlichen Bereich schaffen und eine Mannschaft aufbauen, die länger stabil bleibt", meinte Schachner.

Dass sich die Mannschaft im Umbruch befindet, wird allein schon an den Personalrochaden sichtbar. Gleich elf Spieler (in Tomo Ochs und Remo Meyer gingen zwei davon nach Salzburg) haben den Verein verlassen, dem stehen nur vier Neuzugänge gegenüber, von denen der 32-jährige US-amerikanische WM-Teilnehmer Gregg Berhalter noch der prominenteste ist.

"Wir holen nur solche Spieler, die in unser finanzielles Gefüge passen", sagte Schachner. Die finanziellen Engpässe bekam er schmerzhaft bei seinem erfolglosen Versuch zu spüren, Roland Linz nach München zu lotsen. "Derzeit können wir uns nicht einmal einen Linz leisten", meinte der Coach.

Mittlerweile seien die Planungen für den Kader "ziemlich abgeschlossen." Veränderungen sind allerdings noch möglich, schließlich scheint eine Rückkehr von Steffen Hofmann zu Rapid nicht ausgeschlossen. "Mein Stand ist, dass er einen Vertrag bei uns hat und am Montag zum Training kommt."

Auch Schachners Landsmann Harald Cerny hat noch einen laufenden Kontrakt bei 1860, hinter der Fitness des ehemaligen ÖFB-Teamspielers steht aber ein großes Fragezeichen. "Er hatte zuletzt oft Bandscheibenprobleme. Jetzt müssen wir einmal schauen, wie er sich fühlt", sagte Schachner.

Durch seine Verpflichtungen in München ist es dem Steirer nicht möglich, wie etwa bei der EURO 2004 eine ausgedehnte WM-Studienreise zu unternehmen. Also versucht Schachner via TV, so gut wie möglich am Ball zu bleiben. "Sportlich ist die WM noch nicht das, was man sich von ihr erwartet hat, aber es ist noch zu früh, um darüber ein Urteil abgeben zu können."

Die größten Titelchancen gibt Schachner den beiden "großen" Südamerikanern. "Aber Top-Favorit sind für mich die Argentinier, nicht erst seit dem 6:0 gegen Serbien. Sie haben hervorragende Einzelspieler, sind taktisch diszipliniert und zweikampfstark." Und wie ist es um die Möglichkeiten seiner Wahlheimat Deutschland bestellt? "Offensiv ist alles okay, aber defensiv gibt es Probleme. Fehler wie zum Beispiel im Eröffnungsspiel werden sie nicht mehr machen, sonst brauchen sie an den Titel nicht zu denken." (APA)

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