Eugen A. Russ hat keine Angst vor "Österreich"

4. Juli 2006, 22:10
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Im ORF: Kein Medienmonopol durch Vorarlberger Medienhaus

Die Tageszeitung "Vorarlberger Nachrichten" (VN), erst jüngst beim 59. Zeitungsweltkongress in Moskau als "Newspaper of the Year 2006" ausgezeichnet (etat.at berichtete), versteht sich als mediales Sprachrohr der Bürger und will sich in Zukunft noch stärker in diese Richtung positionieren. Die "VN" als "auflagenstärkste unabhängige Tageszeitung für Vorarlberg" übe im Ländle aber kein Medienmonopol aus, sagte der Chef des Vorarlberger Medienhauses (VMH), Eugen A. Russ (45), am Samstag im Interview mit Radio Vorarlberg.

Angst vor dem Fellner-Zeitungsprojekt "Österreich" hat Russ keine. Er glaube nicht, dass die neue Tageszeitung, die bisher nur ein "reines PR-Projekt" sei, überhaupt in Vorarlberg Fuß fassen werde. "Österreich" werde generell im österreichischen Zeitungsmarkt seiner Ansicht nach kaum erfolgreich sein und nicht zu großen Veränderungen führen, glaubt Verleger Russ.

Kein Medienmonopol

Russ wies die Meinung zurück, mit den "VN" und anderen Produkten in Vorarlberg ein Medienmonopol zu haben. Der ORF nütze seine starke öffentlich-rechtliche Komponente für gute journalistische Qualität, daher sei die Medienvielfalt auf jeden Fall gewährleistet, meinte der Verlagschef. Auch innerhalb des Vorarlberger Medienhauses herrsche harter Konkurrenzdruck, ebenso aber auch gegenüber dem ORF: "Dieser Wettbewerb macht uns alle besser". Zugleich betonte Russ, das VMH befasse sich gegen den ORF nicht mit eigenen TV-Plänen. Er hatte erst kürzlich angekündigt, das Vorarlberger Medienhaus wolle weiter wachsen - sowohl in Osteuropa als auch im deutschsprachigen Raum.

Die gesamte Medienhaus-Gruppe umfasst 35 Tages- und Wochenzeitungen, sechs Internet-Portale und zwei Radiosender in Österreich, Ungarn und Rumänien. Die 100 Prozent-Tochter Inform Média Kft. in Ungarn ist mit Zeitungen in vier Komitaten (Bundesländer) laut VMH das zweitgrößte Medienunternehmen in Ungarn. Nach Rumänien könnte das VMH einen "nächsten Schritt in die Ukraine tun", deutete Russ im ORF-Interview an. (APA)

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