ÖGB-Chef: "Freut euch nicht zu früh"

21. Juni 2006, 11:27
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Hundstorfer: Nach Reform "durchschlagskräftiger" Gewerkschaftsbund - Unwürdiges Verhalten zweier höchster Funktionäre

Wien - Rudolf Hundstorfer hat in einem Gastbeitrag für die "Kronen Zeitung" einen "schlanken, schnellen, aktiven und durchschlagskräftigen" Gewerkschaftsbund nach der geplanten ÖGB-Reform angekündigt. Der ÖGB-Präsident ortet in Folge des BAWAG-Skandals bei so manchen "Schadenfreude"; "Freut euch nicht zu früh!", richtet Hundstorfer jenen aus, "die mit einem starken ÖGB keine Freude haben".

Eine starke Gewerkschaftsbewegung sei jetzt wichtiger als je zuvor, schreibt Hundstorfer. Sieben von zehn Österreichern wünschten sich weiterhin einen aktiven ÖGB "als Teil der politischen Landschaft". Das gebe Mut für kommende Auseinandersetzungen und "eine mutige, umfassende, einschneidende Reform des ÖGB".

Albträume

"Als ich Ende März dieses Jahres die Leitung des ÖGB übernommen habe, hätte sich niemand in seinen schlimmsten Albträumen das Ausmaß des finanziellen Desasters im ÖGB sowie die unglaublichen Vertuschungs- und Hintergehungsaktionen einiger ehemaliger Bankmanager vorstellen können. Tatsache ist auch, dass sich vor allem zwei höchste Funktionäre offensichtlich aus falsch verstandener Solidarität unwürdig verhalten haben", so Hundstorfer.

Damit spielte er wohl auf seinen Vorgänger Fritz Verzetnitsch und Ex-ÖGB-Finanzreferent Günter Weninger an, die die Übernahme von rund 1,5 Milliarden Euro an BAWAG-Schulden durch den ÖGB im Rahmen der Fusion der BAWAG mit der P.S.K. durchgeführt haben sollen.

"Viele falsche Verdächtigungen"

Er habe in den vergangenen Tagen in den Medien "viele falsche Verdächtigungen" richtig stellen müssen, erklärt der ÖGB-Chef in der "Kronen Zeitung". So habe er erklären müssen, "warum eine in Vertretung abgegebene Unterschrift auf einer simplen Anwesenheitsliste NICHT automatisch bedeutet, dass ich selber in die abenteuerlichen Finanzverschiebungen rund um BAWAG, PSK und ÖGB eingeweiht war". Damit nahm er Bezug auf die entscheidende Hauptversammlung von BAWAG und P.S.K. im Herbst 2005, bei der auch die Übernahme der BAWAG-Schulden durch den ÖGB fixiert wurde. Hundstorfer war dort nach eigenen Angaben in Vertretung des damaligen ÖGB-Präsidenten Verzetnitsch anwesend. (APA)

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