Initiative "Berliner Heinrich-Heine-Preis für Peter Handke" formiert

17. Juni 2006, 19:28
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Am Berliner Ensemble - Kritik an gescheiterter Vergabe von Düsseldorfer Ehrung

Berlin - Eine Gruppe von deutschen Schauspielern und Publizisten hat eine Initiative zur Verleihung eines "Berliner Heinrich-Heine-Preises für Peter Handke" gestartet. Das teilte das von Ex-Burgtheaterdirektor Claus Peymann (1986-99) geleitete Berliner Ensemble am Samstag mit. Auf einer Pressekonferenz sollen am kommenden Donnerstag Einzelheiten dazu mitgeteilt werden. Zu den Initiatoren gehören die Schauspieler Käthe Reichel und Rolf Becker sowie der Journalist und Publizist Eckart Spoo.

"Angriff auf die Freiheit der Kunst"

Sie bezeichnen die Vorgänge um die gescheiterte Vergabe des Düsseldorfer Heinrich-Heine-Preises an den österreichischen Schriftsteller Handke und die Haltung des Düsseldorfer Stadtrates dazu als einen "Angriff auf die Freiheit der Kunst". Die Jury, die Handke den Preis zuerkannt habe, "besitzt selbst genügend künstlerische, ästhetische und politisch-moralische Kompetenz und bedarf nicht der Korrektur durch politische Instanzen; ihr Urteil allein muss ausschlaggebend bleiben, sonst fallen wir zurück in die Zustände, die Deutschland seit Heines Zeiten des öfteren zu beklagen hatte", heißt es in dem Aufruf der Gruppe.

Preisgeld von 50.000 Euro vorgesehen

Der geplante "Berliner Heinrich-Heine- Preis", verbunden mit einem Preisgeld von 50.000 Euro, werde "verliehen von allen, die Peter Handke einer Auszeichnung im Namen Heinrich Heines für würdig halten". Der Aufruf ist verbunden mit der Bitte um Unterstützung durch Solidaritätsunterschriften und Beteiligung an der Finanzierung des Preisgeldes.

Die von der Jury beschlossene Ehrung mit dem Düsseldorfer Heine-Preis war vom Stadtrat wegen des Eintretens Handkes für die serbische Politik und seiner Teilnahme an der Beerdigung des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, der wegen Kriegsverbrechen angeklagt war, wieder in Frage gestellt worden. Nach den politischen Auseinandersetzungen, die sich um seine Person entsponnen hatten, verzichtete Handke auf die Auszeichnung. (APA/dpa)

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