Anti-Ahmadinejad-Demo in Frankfurt

21. Juni 2006, 16:44
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Proteste jüdischer Gruppen und iranischer Regimegegner

Frankfurt/Main - Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Frankfurt am Main gegen den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad demonstriert. Zu der Kundgebung vor der Alten Oper unmittelbar vor Beginn des zweiten Spiels der iranischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM hatten mehrere jüdische Organisationen aufgerufen. Viele der etwa 700 Teilnehmer trugen israelische Fahnen. Eine kleine Gruppe iranischer Regimegegner führte aber auch Flaggen des eigenen Landes mit sich.

Der Frankfurter Historiker und KZ-Überlebende Arno Lustiger bezeichnete Ahmadinejad als "pathologischen Judenhasser". Als erster Redner der Kundgebung kritisierte er auch scharf den deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble für seine Äußerung, Deutschland solle bei der Fußball Weltmeisterschaft ein guter Gastgeber sein. Lustiger sprach von einer "überflüssigen, vorauseilenden Ehrerbietung", die eine Provokation aller jüdischen Menschen in Deutschland darstelle.

Als weitere Redner bei der Kundgebung waren unter anderem der Publizist und ehemalige Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, und der Frankfurter SPD-Vorsitzente Franz Frey vorgesehen.

Der Protest richtete sich auch gegen die erneute Anwesenheit des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Aliabadi beim Spiel Iran-Portugal am (heutigen) Nachmittag in Frankfurt. Eine ursprünglich für Samstag geplante Kundgebung der NPD und anderer Rechtsextremisten für den iranischen Staatschef war von der Stadt Frankfurt verboten worden. Die Veranstalter legten keine Rechtsmittel gegen das Verbot ein, so dass es sich unmittelbar vor Spielbeginn nach Polizeiangaben keine Zwischenfälle gab. (APA/AP)

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