Jubiläum auf Rasen für Federer

18. Juni 2006, 15:33
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40. Sieg en suite auf grünem Belag, Dreisatzerfolg im Halle-Halbfinale gegen Haas - Hewitt und Blake im Queens-Finale

Halle/Westfalen - Titelverteidiger Roger Federer ist am Samstag mit seinem 40. Sieg en suite auf Rasen in das Finale des ATP-Tennisturniers in Halle eingezogen. Der Schweizer Weltranglistenerste besiegte bei der mit 700.000 Euro dotierten Veranstaltung den deutschen Thommy Haas mit 6:4,6:7 (4),6:3. Im Finale am Sonntag trifft er auf Tomas Berdych aus Tschechien. Lleyton Hewitt und James Blake stehen einander im Finale des Rasenturniers in Queens gegenüber.

Halle-Dreifachsieger Federer kam mit seinem 40. Rasenerfolg hintereinander dem Uraltrekord von Björn Borg (41 Siege zwischen 1976 und 1981) ein weiteres Stück näher. Sollte der 24-Jährige das Finale gewinnen, hätte er die Bestmarke des legendären Schweden egalisiert. Was den Endspielgegner betrifft, hat er keine Präferenzen: "Das wird ein schweres Match. Beide sind sehr stark. Ich muss mich jetzt erst einmal erholen, ich bin schon ganz schön müde. Ich bin froh, im Finale zu sein und die Chance zu haben, den Titel zu verteidigen", sagte der dreifache Wimbledon-Sieger.

Zur Partie gegen Haas meinte er: "Es war sehr hart heute, Tommy hat mir wirklich alles abverlangt." In einem sehr ausgeglichenen Match musste der 28-jährige Haas, der Federer in diesem Jahr zuvor in vier Aufeinandertreffen dreimal unterlegen war, bereits frühzeitig einen Rückschlag hinnehmen. Der Deutsche verlor sein Aufschlagspiel zum 1:2 und konnte diesen Nachteil im ersten Satz nicht mehr wettmachen. Nach 37 Minuten wähnte sich die Nummer eins der Welt auch in Westfalen erneut auf Siegkurs.

Haas steckte aber nicht auf und fand immer besser ins Match. Verdienter Lohn war der Gewinn des zweiten Satzes, in dem die deutsche Nummer zwei im Tiebreak schnell mit 4:1 in Führung zog, diesen Vorsprung behauptete und so einen dritten Satz erzwang. Mehr aber war nicht drin. Federer nahm Haas bereits dessen erstes Aufschlagspiel ab und war danach nicht mehr zu stoppen.

"Das ist schon frustrierend. Aber ich muss mir keinen Vorwurf machen. Ich habe mich hier von Spiel zu Spiel gesteigert", sagte Haas nach dem über 2:15 Stunden andauernden Duell. "Erst habe ich zuviel gewollt und dann leichte Fehler gemacht. Roger hat zwei sensationelle Bälle geschlagen und damit war mein Spiel weg", schilderte der Unterlegene die spielentscheidende Situation. Zu Federers Run meinte er: "Irgendwann wird mal einer kommen, der Roger auf Rasen bezwingt."

Queensfinale: Hewitt gegen Blake

Der als Nummer fünf gesetzte US-Amerikaner Blake bezwang am Samstag im Halbfinale des traditionellen Vorbereitungsturniers auf Wimbledon seinen Landsmann Andy Roddick mit 7:5,6:4. Zuvor hatte sich bereits der als Nummer acht gereihte Australier Hewitt gegen Lokalmatador Tim Henman mit 6:3,3:6,6:2 durchgesetzt.

Blake feierte im siebenten Duell mit dem dreifachen Queens-Sieger Roddick endlich seinen ersten Sieg. Zuvor waren mit "Gentlemen"-Tim ausnahmsweise die Nerven durchgegangen: Der 31-jährige Brite, der nach wie vor auf seinen ersten Wimbledon-Titel hofft, holte nach einer schwachen Linienrichter-Entscheidung sogar den Supervisor auf den Court.

Die Beschwerde nach dem 1:2-Rebreak für Hewitt zu Beginn des dritten Sets brachte Henman derart außer Tritt, dass er in der Folge fünf Games en suite und das Match verlor. "Es waren wahrscheinlich sieben oder acht Entscheidungen heute, die einfach falsch waren. Manchmal geht man mit solchen Dingen gut um, manchmal nicht. Ich glaube, ich habe es heute nicht so gut gemacht", meinte Henman sich entschuldigend.

Der vierfache Wimbledon-Semifinalist will sich und seinen Landsleuten den Traum vom Sieg in Wimbledon erfüllen, in Queens zeigte er jedenfalls schon sehr gute Rasenform. "Es war eine fantastische Woche. Es gibt mir eine gute Basis für das Training nächste Woche und natürlich für Wimbledon." (APA/dpa/Reuters)

  • Roger Federer fehlt nur noch ein Erfolg auf den Uralt-Rekord von Borg.
    foto:epa/(krato

    Roger Federer fehlt nur noch ein Erfolg auf den Uralt-Rekord von Borg.

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