Islamisten-Miliz: Äthiopische Truppen in Somalia einmarschiert

18. Juni 2006, 13:38
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Intervention des Nachbarlandes gegen siegreiche Bürgerkriegsverbände?

Jowhar - Rund 300 äthiopische Soldaten sind am Samstag nach Angaben einer somalischen Islamisten-Miliz in das Nachbarland einmarschiert. Die äthiopischen Truppen hätten am Morgen die äthiopisch-somalische Grenze passiert, sagte Sharif Sheikh Ahmed von den Islamischen Gerichtshöfen vor Journalisten in Jowhar. Nach der Eroberung mehrerer strategisch wichtiger somalischer Städte hatten die islamistischen Milizen ihre Offensive in den vergangenen Tagen fortgesetzt.

Nach der vollständigen Einnahme der Hauptstadt Mogadischu durch die Islamisten wollen die USA ein internationales Strategietreffen für das ostafrikanische Bürgerkriegsland abhalten. Die siegreichen Milizen der islamischen Gerichtshöfe hatten die von den USA unterstützte Warlord-"Allianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen Terrorismus" (ARPCT) zur Kapitulation aufgefordert. Nach Informationen der "New York Times" wurden die Führer der Anfang des Jahres gebildeten ARPCT vom US-Geheimdienst CIA mit Geldsummen von bis zu 150.000 Dollar monatlich unterstützt. Nach CIA-Erkenntnissen sollen mindestens drei Al-Kaida-Terroristen, die in die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 verwickelt waren, unter dem Schutz der islamischen Gerichtshöfe in Somalia stehen.

Die äthiopische Regierung wird von den USA unterstützt. 1977/78 war es zu einem blutigen Krieg zwischen Äthiopien und Somalia um die Region Ogaden gekommen. Damals unterstützte die Sowjetunion Äthiopien, der somalische Machthaber General Mohammed Siad Barre brach daraufhin mit Moskau und erhielt US-amerikanische Waffenhilfe. Nach dem Sturz von Siad Barre 1991 versank Somalia in Chaos und Anarchie. (APA/Reuters)

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