Walfänger starten bei IWC-Tagung neuen Angriff auf Fangverbot

18. Juni 2006, 16:19
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Befürworter könnten mit den Stimmen "gekaufter" ärmerer Länder Moratorium aushebeln

Mexiko-Stadt - Die 70 Mitgliedstaaten der Internationalen Walfang Kommission (IWC) kommen am heutigen Freitag auf der Karibikinsel St. Kitts zu ihrer 58. Jahreskonferenz zusammen. Bei der Tagung wird ein weiterer Angriff der Walfangnationen um Japan auf das Verbot des kommerziellen Fangs der bedrohten Meerestiere erwartet. Umweltschutzorganisationen befürchten, dass Japan mit den Stimmen "gekaufter" armer Länder die IWC dominieren und das seit 20 Jahren bestehende Moratorium aushebeln könnte.

Bisher hatten die Gegner des kommerziellen Walfangs, zu denen auch Deutschland zählt, die Mehrheit in der IWC. Die deutsche Bundesregierung hatte am Donnerstag bekräftigt, sie wolle das Fangverbot für Wale beibehalten. Die wirtschaftlichen Interessen von Walfangländern wie Japan, Norwegen oder Island müssten hinter den Belangen des Artenschutzes bei Walbeständen zurücktreten.

Auf der Tagesordnung der IWC-Konferenz (16.-20. Juni) steht unter anderem die Diskussion über ein Bewirtschaftungsverfahren für Wale (RMS), bei dem es um die Kontrolle des Walfangs geht. Die Walschützer wollen sich zudem erneut für den Schutz der Tiere vor weiteren schädlichen Einwirkungen des Menschen einsetzen. (APA/dpa)

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