Zwei militante Palästinenser bei israelischem Luftangriff getötet

20. Juni 2006, 14:41
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Rice: Nahost-Quartett vor Einigung über EU-Vorschlag für Hilfsfonds

Gaza/Washington - Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind am Freitagabend zwei Mitglieder der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Jihad getötet worden. Einer von ihnen sei Imad Jassin, ein für Raketenangriffe auf Israel verantwortliches Mitglied der Al-Quds-Brigaden, sagte ein Mitglied des Islamischen Jihad am Freitagabend in Gaza. Unterdessen erzielte das Nahost-Quartett aus USA, Russland, EU und UNO keine Einigung über den Vorschlag der Europäischen Union, einen Hilfsfonds für die palästinensische Bevölkerung einzurichten. US-Außenministerin Condoleezza Rice zufolge dürfte eine Einigung jedoch kurz bevor stehen.

Drei Menschen wurden nach Angaben von Ärzten verletzt; zwei von ihnen trugen schwere Verbrennungen davon. Die israelische Armee bestätigte den Angriff. Er habe Mitgliedern des Islamischen Jihad gegolten, die in einem Auto zwischen Gaza und dem Flüchtlingslager Deir el Balah unterwegs gewesen seien. Die Al-Quds-Brigaden sind der bewaffnete Arm des Islamischen Jihad.

Bei einer Telefonkonferenz am Freitag erzielte das Nahost-Quartett keine Einigung über den EU-Vorschlag, die palästinensische Bevölkerung mit 100 Millionen Euro Direkthilfe zu unterstützen, die in einen Hilfsfonds einfließen soll. "Wir arbeiten noch an einigen Elementen des internationalen Mechanismus", sagte Rice in Washington. "Ich denke, wir stehen kurz vor einer substanziellen Einigung." Dem EU-Vorschlag zufolge müsste der Hilfsfonds vom Nahost-Quartett freigegeben werden. Das Geld soll auf diese Weise an der von der Hamas geführten Regierung vorbei fließen und den Not leidenden Palästinensern direkt zugute kommen.

Die USA und die Europäische Union hatten ihre Zahlungen an die palästinensische Autonomieverwaltung ausgesetzt, nachdem im März die Regierung der radikalislamischen Hamas eingesetzt worden war. Darüber hinaus stoppte Israel die Auszahlung von Abgaben, die auf Warenlieferungen in die Palästinensergebiete erhoben werden. Den palästinensischen Behörden steht seither nur ein Viertel der üblichen Einnahmen zur Verfügung. (APA)

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