Terrorverdächtige redeten über Anschlag mit vollbesetztem Flugzeug

30. Juni 2006, 13:23
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Britisches Gericht hört Tonband mit Stimmen der Angeklagten

London - Zwei Terrorverdächtige, die seit gut zwei Jahren in britischer Haft sitzen, haben vor ihrer Festnahme über einen Selbstmordanschlag mit einem vollbesetzten Flugzeug gesprochen. "Stell' dir vor, du hast ein Flugzeug mit 300 Leuten drin", hieß es auf einem Tonband, das am Freitag vor Gericht in London abgespielt wurde.

Die Stimme gehört demnach einem 24-jährigen, der sich mit sechs weiteren Angeklagten vor Gericht verantworten muss. Die Männer sollen zwischen Jänner 2003 und März 2004 einen Terroranschlag geplant haben. Der britische Geheimdienst hörte sie mehrfach zu Hause ab; im März 2004 nahm die Polizei die Verdächtigen bei einem Großeinsatz fest.

"Du kaufst Flugscheine für 30 Brüder", hieß es auf dem Band weiter. "Du lässt das Flugzeug abstürzen. Das wäre einfach, es ist nur eine Idee." Darauf antwortete ein anderer Mann, bei dem es sich laut Gericht um einen 22-jährigen Angeklagten handelt: "30 Brüder... 30 Brüder für einen Selbstmordanschlag zu finden, das ist ein großes Ding." Der erste Mann sagte darauf, wenn "mit den richtigen Leuten" geredet werde, sei das wahrscheinlich kein Problem, es könnten sich auch "Brüder" aus dem Ausland beteiligen.

"Das Schöne daran ist, sie müssen es gar nicht in ein Gebäude fliegen, sie sollen es einfach nur abstürzen lassen", führte der erste Mann aus. Dies sei aber "nur eine Idee, sie haben sich noch nicht daran gemacht". Allerdings sei es "eine gute Idee, das streite ich nicht ab, eine gute Idee, aber es ist noch nicht soweit". Bei einigen der Angeklagten waren seinerzeit 600 Kilogramm hochexplosives Düngemittel gefunden worden, mit dem sich ein Sprengsatz herstellen ließe. (APA)

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