Polizei bereitete Sperrzonen-Anrainer auf Staatsgast vor

19. Juni 2006, 18:51
7 Postings

"Freundliche österreichische Beamte" - Bewohner bekommen Passierschein - Am Montag neue Instruktionen

Etliche Wiener werden mit US-Präsident George Bush am 20. und 21. Juni einen prominenten und hochbewachten Nachbarn bekommen. Anrainer des Hotels Intercontinental und Bewohner der Sperrzone rund um die Hofburg wurden in den vergangenen Wochen von der Polizei besucht und mit den Sicherheitsvorkehrungen vertraut gemacht. Die Beamten haben Bewohner mit der Ausdehnung des Platzverbotes vertraut gemacht und wo sie Zugangspässe erhalten, sagte Isabella Wintersteiger vom Referat für Personen und Objektschutz zur APA.

"Ein netter älterer Herr hat uns alles erklärt", sagte Andreas Pirkner, der gegenüber des Hotels Am Heumarkt wohnt, der APA. "Wir sollen uns ruhig verhalten", habe der Beamte freundlich geraten und den Anrainer über "Schleusen" informiert, durch die er in sein Haus kommen können. Alles sei relativ "unspektakulär" abgelaufen. Mitglieder der Präsidenten-Leibgarde, des Secret Service, habe Pirker nicht gesehen. "Schade, ich hätte sie gerne kennen gelernt", schmunzelte der Wiener. Ein Verbot, an die Fenster zu gehen, sei ihm gegenüber nicht ausgesprochen worden. "Ich habe trotzdem nicht vor, dass ich mich hinauslehne, wenn der Konvoi vorbeifährt", sagte der Bewohner.

Passierschein

Vor mehr als zwei Wochen gingen österreichische Polizisten in der Schauflergasse bei der Hofburg von Haus zu Haus und stimmten die Anrainer auf das Prozedere ein, erzählten die Bewohner. "Wir bekommen einen Passierschein, hat man uns mitgeteilt", sagte Peter Puskas zur APA. Die Beamten in Zivil seien sehr freundlich und nett gewesen. Voraussichtlich werde der Gastronom sein Lokal offen halten. Der Polizei habe er eine Liste mit den Namen und Wohnorten seiner Mitarbeiter übergeben müssen. Ob auch diese kontrolliert werden, wisse er nicht. Das Kalkül des Lokalbetreibers: Auch die Sicherheitsleute und Chauffeure müssen irgendwann einmal essen.

Ähnliche Vorkehrungen traf die Polizei beim Wiener Eislaufverein, der direkt an Bushs Unterkunft "Intercontinental" in Wien-Landstraße grenzt. Die Namen der Mitarbeiter seien genau erfasst worden, sagte Farzam Rossoukhi, Generalsekretär des Vereins zur APA. Auch mit Personenkontrollen rechnete er, wenn Bush eintrifft. "Ab Montag erfahren wir Genaueres", sagte er der APA. Generell seien die Vorbereitungen "relativ mühsam", meinte er.

Bitte um Verständnis

"Wir ersuchen die Bewohner um großes Verständnis für alle Maßnahmen", sagte Wintersteiger, die von Seiten der Polizei auch für die Information der Anrainer zuständig ist. Derzeit würden am Heldenplatz und am Michaelerplatz Flugzettel verteilt, die die Anrainer über "Checkpoints" informieren, durch die sie in die Sperrzone gelangen. (APA)

Share if you care.