Auch Auslandskorrespondenten üben Kritik

22. Juni 2006, 19:21
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Scholl und Löw: Diskussion als "Alarmruf"

In der Debatte um den ORF und seine Unabhängigkeit haben sich im Vorfeld des "Runden Tisches" am Montag die ORF-Auslandskorrespondenten zu Wort gemeldet. Die Redakteurssprecher der Auslandskorrespondenten Susanne Scholl und Raimund Löw warnten am Freitag in einer Aussendung vor der "Gefahr" einer politischen Einflussnahme.

Entscheidungen, die den ORF als "Staatsrundfunk" erscheinen ließen oder "in Verbindung zu einer Regierungspartei" bringen würden, "drohen dem ORF dauerhaften Schaden zuzufügen", so Scholl und Löw. "Viele Erfahrungen der letzten Jahre lassen uns zweifeln, dass die führenden Persönlichkeiten des Unternehmens erkennen, wie akut genau diese Gefahr für den ORF ist." Die aktuelle Diskussion, die man "vollen Herzens" begrüße, sei ein "Alarmruf, um die dringend nötige Erneuerung auf allen Ebenen" zu ermöglichen, so die Auslandskorrespondenten.

Die Redakteure bezogen sich auch auf die Vorkommnisse rund um die Besetzung des Korrespondentenbüros in Peking und sprachen in diesem Zusammenhang von "Mobbing". Gerade diese Vorgänge würden zeigen, "wie willkürlich in jenen Bereichen vorgegangen wird, die die Außenwirkung des ORF ausmachen". Viele Korrespondenten würden angesichts dieser Vorgänge "ein gewisses Desinteresse der derzeitigen ORF-Führung an der Auslandsberichterstattung" sehen, hieß es weiter. (APA)

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