Wiener ÖVP will Kleins Rücktritt

17. Juni 2006, 14:26
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Schwarzer ÖGB-Vize soll gehen, sonst droht Rauswurf aus Partei

Wien - ÖGB-Vizepräsident und Christgewerkschafter Karl Klein gerät wegen seiner Aussagen, wonach das gesamte ÖGB-Präsidium (also auch er) bereits im Herbst 2005 von der Übernahme der BAWAG-Schulden durch den Gewerkschaftsbund gewusst hatte, unter Druck. Der Wiener VP-Chef Johannes Hahn forderte Klein zum Rücktritt auf, berichtete der "Kurier" (Samstagsausgabe). Kleins Behauptung belege nämlich, dass er selbst von der Milliardenpleite gewusst habe.

"Ich würde mir wünschen, dass er (Klein, Anm.) nicht mehr unserer Organisation angehört", so Hahn, der an Klein appellierte, "ein Signal zu setzen". Andernfalls droht dem FCG-Funktionär der Rauswurf aus der Partei. Laut "Kurier" überlegt die Wiener VP, dessen Parteivorstand am Montag tagt, nach Prüfung der Sachlage den Parteiausschluss. In der Bundes-ÖVP ist man vorerst verwundert über die Härte der Landespartei. "Das verstehe ich wirklich nicht", sagt Generalsekretär Reinhold Lopatka dem "Kurier". Klein habe immer nur in seiner Gewerkschaftsfunktion Stellung genommen, nicht als Parteivertreter.

Klein hatte vorgestern angegeben, dass das gesamte ÖGB-Präsidium seit dem späten Sommer von der Übernahme der Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden gewusst und auch heftig darüber diskutiert habe. Kurz darauf bezeichnete er das Gesagte "als Irrtum seinerseits". Das gesamte Schuldenausmaß sei nicht bekannt gewesen. (APA)

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