Römische Villa durch Schlamperei zerstört

23. Juni 2006, 16:46
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Kulturamt im Elsass verabsäumte Baupause für neuen Wohnkomplex anzuordnen, nachdem Mosaikböden gefunden worden waren

Colmar - Überreste einer römischen Villa aus dem ersten Jahrhundert n.Chr. im Elsass sind wegen Schlampereien im Kulturamt größtenteils zerstört worden. Lediglich ein Mosaikboden sei an dem Fundort, einer Baustelle im elsässischen Bergheim, noch übrig geblieben, sagte am Freitag ein Sprecher des archäologischen Amtes in Straßburg. "Seit 100 Jahren ist dieser Fundort bekannt, doch jetzt sind wir zu spät gekommen", sagte der Archäologe Francois Schneikert. Der Mosaikboden sei ein "wichtiger Fund von nationaler Bedeutung".

Dort nicht weit von Colmar wird seit August des vergangenen Jahres ein Wohn- und Freizeitkomplex gebaut. In der Nähe dieser Baustelle waren bereits 1848 Mosaikböden ausgegraben worden, die heute im Unterlinden Museum in Colmar ausgestellt sind. Möglicherweise gehörten sie auch zu der jetzt zerstörten Villa. Die Archäologen sprechen von einer Panne beim regionalen Kulturamt, das keine Baupause für Ausgrabungen verlangt hatte. Das Bauunternehmen hat jedenfalls bei der Gewährung der Baugenehmigung wegen der Existenz dieser Anlage eine "Archäologie-Steuer" entrichtet. (APA/dpa)

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