USA: Gute Wirtschaftsdaten führten zur Trendwende

20. Juni 2006, 19:24
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sikl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US Aktienmärkte verzeichneten einmal mehr eine volatile Handelswoche. Zunächst blieben die Märkte deutlich unter Druck und erreichten den tiefsten Stand seit sieben Monaten. Grund für die anhaltende Kursschwäche waren neuerlich Aussagen einflussreicher regionaler Fed-Präsidenten, welche die Inflation als Gefahr bezeichneten. Damit haben sich innerhalb der letzten zwei Wochen acht hochrangige Vertreter der Fed in diese Richtung geäußert.

Gestiegene Preisniveaus

Weitere Belastung erfuhr der Markt von volkswirtschaftlicher Seite. So legten die Produzentenpreise, die Importpreise und die Konsumentenpreise stärker als erwartet zu und verstärkten die Inflations- und Zinsängste. Die Kerninflation bei den Konsumentenpreisen wies sogar den höchsten Stand seit 1995 aus. Auch die schwächste Entwicklung der Einzelhandelsumsätze seit drei Monaten lastete auf dem Markt. Eine Gegenbewegung des Marktes erfolgte schließlich zu Wochenschluss. Überraschend positive Werte bei den Wirtschaftsindizes für die Regionen New York und Philadelphia sowie gute Arbeitsmarktdaten führten vorerst zu einer Beruhigung im Markt.

Unverändert positiv präsentieren sich die Nachrichten von Unternehmensseite. So konnten die Investmentbanken Goldman Sachs, Lehman Brothers und Bear Stearns mit ihren Quartalsergebnissen die Anlegererwartungen übertreffen. Alle drei profitierten von der gestiegenen Fusionstätigkeit und einem erfreulichen Handelsergebnis. Eine positive Gewinnüberraschung wies auch die Elektrohandelskette Best Buy aus. Der Produzent von Chips für Mobiltelefone, Qualcomm hob seinen Gewinnausblick für das laufende Quartal an. General Motors zeigte relative Stärke, nachdem sich Gewerkschaftsführer in einem Interview mit der New York Times erstmals zu Zugeständnissen bereit erklärt hatten. Boeing konnte zum wiederholten Mal in diesem Jahr einen Großauftrag für sich entscheiden. Diesmal bestellte Singapor Airlines Flugzeuge im Wert von USD 4,54 Mrd.

Für Enttäuschung auf Unternehmensseite sorgte lediglich Jabil Circuits. Der Auftragsproduzent (vor allem Handys für Nokia) veröffentlichte aufgrund von Problemen in der Fertigung eine Gewinnwarnung für das abgelaufene Quartal. Weiterhin sind Inflationsängste das bestimmende Thema an den Märkten. An diesem Umstand dürfte sich auch in der kommenden Woche wenig ändern. Wir gehen daher auf Wochensicht abermals von einer in Summe seitwärtsgerichteten Kursbewegung aus. Impulse könnten von den Auftragseingängen für Investitionsgüter kommen. Für die Nasdaq dürften die Quartalszahlen von Oracle von Interesse sein.

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