Warnstreiks bei VW-Tochter "Auto 5000" nächste Woche

4. Juli 2006, 15:47
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Tarifrunde in der Nacht zum Freitag vertagt - IG Metall-Verhandler bezeichnet Arbeitgeber-Angebot als "Mogelpackung"

Wolfsburg - Die Tarifverhandlungen für die rund 3.800 Beschäftigten der VW-Tochter "Auto 5000" sind in der Nacht zum Freitag in Wolfsburg nach acht Stunden ergebnislos vertagt worden. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld. Eine von den Arbeitgebern angebotene Erhöhung der Entgelte von drei Prozent für 21 Monate lehnte IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine als "Mogelpackung" ab. Es war bereits die vierte Runde. Wie die Gewerkschaft mitteilte, sollen die Verhandlungen am 28. Juni fortgesetzt werden.

"Auto 5000"-Verhandlungsführer Klaus Dierkes sagte, die Arbeitgeber seien der IG Metall "erheblich entgegengekommen". Unter anderem habe das Unternehmen die von der Arbeitnehmerseite kritisierte Flexibilisierung der Urlaubsregelungen vollständig zurückgenommen. "Die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Auto 5000 ist und bleibt unser Ziel", sagte Dierkes. "Mit unserem Angebot honorieren wir die Arbeit unserer Mitarbeiter."

Drei Prozent für 21 Monate

Meine betonte: "Die von den Arbeitgebern angebotene Erhöhung der Entgelte soll zwar drei Prozent betragen, aber anders als in der Metallindustrie nicht für 12, sondern für 21 Monate." Außerdem sei vier Monate lang überhaupt keine Erhöhung geplant, erläuterte Meine. "Unterm Strich sind das weniger als 1,5 Prozent. Das ist eine dreiste Mogelpackung." Dierkes betonte, die "wettbewerbsfähigen Preise" der VW-Tochter dürften nicht "kaputtgemacht" werden. "Der Markt wird härter, auch für uns."

Die IG Metall kündigte für die kommende Woche die Fortsetzung von Warnstreiks an. "Das Unternehmen muss wissen, dass die Belegschaft bereit ist, für ihre Forderungen zu streiten", sagte Meine. Bereits vor der Verhandlungsrunde am Donnerstag hatte es in Wolfsburg Warnstreiks gegeben.

Die "Auto 5000 GmbH" geht auf eine Idee des früheren VW-Arbeitsdirektors Peter Hartz zurück. Neben dem unter dem Haustarif von Volkswagen liegenden Lohn hatten die Gewerkschaften auch hoch flexiblen Arbeitszeiten und einer auch am Erfolg orientierten Bezahlung zugestimmt. Insgesamt stehen sich die Mitarbeiter von "Auto 5000" um rund 20 Prozent schlechter als ihre direkt bei VW angestellten Kollegen. (APA/dpa)

  • "Auto 5000"-Mitarbeiter protestierten am Donnerstag gegen magere Lohnerhöhungen
    foto: epa/patrick lux

    "Auto 5000"-Mitarbeiter protestierten am Donnerstag gegen magere Lohnerhöhungen

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