Fendrich: Kokain-Konsum vermutlich ohne strafrechtliche Folgen

19. Juni 2006, 21:13
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Belastungszeuge hat seine "News"-Angaben abgeschwächt - Verdacht auf Weitergabe von Drogen damit offenbar "vom Tisch"

Wien - Sein eingestandener Kokain-Konsum dürfte für Rainhard Fendrich keine strafrechtlichen Folgen haben. Jener Belastungszeuge, der gegenüber der Info-Illustrierten "News" behauptet hatte, der Sänger habe ihm wiederholt Kokain überlassen ("Wenn ich ihm eine Straße gelegt habe, hat er mir dafür zehn Linien gelegt"), hat diese Angaben vor der U-Richterin "total abgeschwächt", war dazu heute, Freitag, aus dem Wiener Landesgericht für Strafsachen zu erfahren.

Demnach soll sich aus den nunmehrigen Aussagen des Promi-Schneiders kein hinreichender Verdacht mehr gewinnen lassen, der alt eingesessene Austropop-Barde habe sich der Weitergabe von Drogen schuldig gemacht. Deshalb wird für Fendrich wohl die so genannte "Eigenbedarfs-Bestimmung" greifen: Nach Paragraf 35 Suchtmittelgesetz (SMG) bleibt er als so genannter Ersttäter von einer strafrechtlichen Verfolgung jedenfalls dann verschont, wenn er geringe Suchtgiftmengen jeweils nur zum eigenen Gebrauch erworben und besessen hat.

Anfrage

Der zuständige Staatsanwalt hat bereits eine Anfrage ans Gesundheitsministerium getätigt, die in genau diese Richtung deutet. Die Zurücklegung einer Anzeige nach dem SMG setzt unter anderem voraus, dass gegen den Betreffenden keine Vormerkung wegen Suchtgiftabhängigkeit und damit verbundener Delikte vorliegt. Sollte der angeforderte Auszug aus dem Register ergeben, dass dort der Name Fendrich nicht aufscheint (wovon aus derzeitiger Sicht auszugehen ist, Anm.), muss die Anklagebehörde formal noch eine Stellungnahme des Gesundheitsamtes einholen, ob der Sänger einer "gesundheitsbezogenen Maßnahme" bedarf.

Als solche käme eine ärztliche Überwachung von Fendrichs Gesundheitszustand, klinisch psychologische Beratung und Betreuung, eine Psychotherapie oder Betreuung durch einen auf Fragen des Drogenmissbrauchs spezialisierten Experten in Frage. Das Gesundheitsamt müsste vor einer Festlegung mit Fendrich sprechen und diesen allenfalls von einem Arzt untersuchen lassen.

Freiwillige Therapie

Da sich Fendrich jedoch freiwillig in Therapie begeben hat, um seine Sucht loszuwerden, ist davon auszugehen, dass es keines zusätzlichen behördlichen Drucks mehr bedarf. Offiziell ist die Entscheidung der Staatsanwaltschaft zwar noch nicht gefallen, doch ist es damit wohl nur mehr eine Frage der Zeit, bis die Anzeige gegen Fendrich wie in derartigen Fällen vorgesehen für eine Probezeit von zwei Jahren zurückgelegt wird. Bleibt Fendrich in diesem Zeitraum "drogenfrei", ist die Anzeige danach gänzlich "vom Tisch". (APA)

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