Oracle mit glänzendem Quartalsergebnis

29. Juni 2006, 14:59
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Besonders starker Anstieg bei neuen Software-Lizenzumsätzen des SAP-Hauptkonkurrenten im Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres

Redwood Shores - Der US-Softwarekonzern und SAP- Hauptkonkurrent Oracle hat die Wall Street mit glänzenden vorläufigen Geschäftsergebnissen für das Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres 2005/2006 (31. Mai) überrascht. Das Unternehmen, das durch aggressive Zukäufe seines Chefs Larry Ellison (61) Schlagzeilen machte, übertraf die eigenen Erwartungen deutlich. Oracle hatte die Ergebnisse am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlicht. Die Aktien des Unternehmens schossen daraufhin nachbörslich um 6,86 Prozent auf 14,64 Dollar in die Höhe.

Gewinn stieg um 27 Prozent

Oracle erhöhte den Gewinn in dem Dreimonatsabschnitt verglichen mit dem Schlussquartal des vorangegangenen Geschäftsjahres um 27 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar (1,0 Mrd. Euro). Der Gewinn pro Aktie erreichte 24 (Vorjahresvergleichszeit:20) Cent. Oracle hatte zuvor einen Gewinn von 21 bis 23 Cent je Aktie prognostiziert.

Klammert man bestimmte Sonderfaktoren aus, verdiente Oracle 29 Cent je Aktie, während das Unternehmen zuvor von 26 bis 28 Cent je Aktie ausgegangen war. Der Quartalsumsatz legte um 25 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar zu gegenüber firmeninternen Wachstumsprognosen von 13 bis 17 Prozent.

Damit haben sich erstmals mehr als ein Dutzend Akquisitionen anderer Software-Firmen von Ellison im Gesamtwert von knapp 20 Md. Dollar voll ausgezahlt. Dazu zählten vor allem der Erwerb der Anwendungssoftware-Firmen PeopleSoft (11,1 Mrd. Dollar) und Siebel Systems (6,1 Mrd. Dollar).

Auch SAP-Aktien stiegen

Der bessere Geschäftsgang bei Oracle ist aber nicht nur auf die Übernahmen, sondern auch auf die verstärkte Investitionsnachfrage von Unternehmen in aller Welt im Softwarebereich zurückzuführen. Deshalb haben die SAP-Aktien am Freitag ebenfalls um 2,20 Prozent auf 161,99 Euro zugelegt.

Besonders beeindruckend waren die neuen Software-Lizenzumsätze. Sie erhöhten sich um 32 Prozent auf 2,1 Mrd. Dollar, während Oracle bisher nur mit einer Erhöhung von acht bis 18 Prozent gerechnet hatte. Die Umsätze mit Datenbanken-Technologielizenzen legten um 18 Prozent zu und der Umsatz mit Anwendungssoftware-Lizenzen sogar um 83 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Übernahmen von Siebel und der Softwarefirma Retek erhöhte sich der Umsatz im Anwendungssoftware-Bereich immer noch um 51 Prozent. Oracle ist der weltgrößte Anbieter von Datenbanken-Software und nach SAP dank seiner Akquisitionsserie bei Anwendungssoftware global die unumstrittene Nummer Zwei.

Oracle wird seine endgültigen Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2005/2006 am 22. Juni vorlegen. (APA/dpa)

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    foto: epa/laurent gillieron
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