Leichenfund in Weststeiermark: Kein Fremdverschulden

18. Juni 2006, 19:20
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Toter vermutlich selbstständiger Installateur - DNA-Vergleich soll Identität klären

Graz - Bei jener männlichen Leiche, die am Donnerstag im Laderaum eines Kastenwagens in der Weststeiermark aufgefunden worden war, ist laut einem ersten Obduktionsergebnis Fremdverschulden auszuschließen. Das hat am Freitag ein Beamter der Mordgruppe des Landeskriminalamts Steiermark mitgeteilt. Die Blutspuren im Fahrerbereich des Lkw stammen von vorangegangenen Suizidversuchen.

Zur Identitätsfeststellung wurde eine DNA-Probe entnommen. Es dürfte sich bei dem Toten aber um einen seit rund drei Wochen abgängigen Installateur handeln.

Vermutlich Selbstmord

Die stark verweste Leiche war am Donnerstag gegen 8. 45 Uhr gefunden worden. Der Mann dürfte sich zuerst in Selbstmordabsicht auf dem Fahrersitz mehrere - nicht tödliche - "Probeschnitte" an beiden Unterarmen zugefügt haben, so ein Beamter. Ein Stanley-Messer wurde im Fahrzeug aufgefunden. Danach dürfte sich der Mann nach hinten auf die Ladefläche begeben haben, erklärte der Kriminalist. In Seitenlage habe er sich einen Plastiksack über den Kopf gestülpt und eine mittels Gaskartusche betriebene Handlötlampe aktiviert.

Die Identität des Mannes sei noch nicht hundertprozentig sicher geklärt, so der Beamte am Freitag. Man geht aber davon aus, dass es sich um den 37 Jahre alten Zulassungsbesitzer des Wagens aus Groß St. Florian im Bezirk Deutschlandsberg handelt. Eine Zahnschmelzprobe der Leiche werde mit der DNA der Mutter des Zulassungsinhabers verglichen. Ein Ergebnis wird in rund einer Woche erwartet.

Zwei bis drei Wochen tot

Der Mann dürfte laut Polizei seit zwei bis drei Wochen tot sein. Das decke sich auch mit den Angaben der Angehörigen des Wagenbesitzers - sie hatten den 37-Jährigen seit rund drei Wochen nicht mehr gesehen, obwohl sie im gleichen Haus wohnten. Auch eine Abgängigkeitsanzeige wurde nicht erstattet. Der selbstständige Installateur soll mit seiner Firma in Konkurs gegangen sein und finanzielle Probleme gehabt haben.

Aufgefunden wurde der Tote am Donnerstag von einem Feuerwehrmann, der auf dem Weg zur Fronleichnamsmesse war. Dem Mann war die auf Grund des heißen Wetters starke Geruchsentwicklung aus dem Auto aufgefallen. Als er entdeckte, dass Blut aus der Unterseite des Kastenwagens sickerte, verständigte er die Polizei Eibiswald. Nach dem ersten Beschau des Tatortes wurde aber festgestellt, dass es sich bei der Flüssigkeit nicht um Blut, sondern um Verwesungssekret handelte. (APA)

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