Zwischen Stolz und Enttäuschung

16. Juni 2006, 11:49
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Trinidad & Tobagos Be­ton-Taktiker Beenhak­ker: "Habe nicht erwar­tet, dass wir nach zwei Spielen noch Achtelfi­nal-Chancen haben"

Nürnberg - Fast hätte die Betontaktik von Trinidad und Tobago bei der Fußball-WM zum zweiten Mal zum Erfolg geführt. Nach dem 0:0 gegen Schweden waren die Karibik-Kicker am Donnerstag in Nürnberg drauf und dran, auch den Engländern ein torloses Remis abzuringen, ehe Peter Crouch - allerdings irregulär - in der 83. Minute das Schicksal der Mittelamerikaner besiegelte und Steven Gerrard für den Endstand sorgte.

"Es ist enttäuschend, wenn man so verliert. Wir können nicht mehr machen, als wir gegen Schweden und England gezeigt haben. Ich bin stolz auf die Spieler", erklärte Teamchef Leo Beenhakker, der seinen Spielern ein derart striktes Defensiv-Konzept verordnete, dass sie sich bei Möglichkeiten, einen Konter zu starten, nicht einmal über die Mittellinie wagten. Eine Fünfer-Kette unmittelbar vor dem Sechzehner, wenige Meter davor noch einmal vier "Soca Warriors" - so wollte der Niederländer den Engländern ein Unentschieden abtrotzen, was auch fast gelang.

"Wir haben gut verteidigt und Courage gezeigt"

"Wir haben gut verteidigt und Courage gezeigt. Enttäuscht bin ich nicht nur, weil wir verloren haben, sondern weil wir das erste Tor fünf, sechs Minuten vor Schluss bekommen haben", sagte Beenhakker, gab aber auch zu: "Wenn man das ganze Spiel sieht, war es ein verdienter Sieg für England."

Richtig begeistert haben Beenhakker die Engländer aber nicht, deswegen gab er auch einen "kostenlosen Ratschlag", wie er betonte. "Schweden und England haben ähnliche Probleme. Nach 20 Minuten verlieren sie die Geduld und spielen hohe Bälle nach vorn. Aber das ist nur eine Möglichkeit, nicht die Möglichkeit. Wenn sie etwas erreichen wollen, müssen sie mehr Optionen haben und ihre guten Mittelfeldspieler einbinden."

Noch gibt es Aufstiegschancen

Die Engländer zogen durch den Erfolg fix in die Runde der letzten 16 ein, die Mittelamerikaner dürfen immerhin noch mit dem Aufstieg spekulieren. "Ich habe nicht erwartet, dass wir nach zwei Spielen noch Achtelfinal-Chancen haben. Das haben wir uns hart erarbeitet", sagte Beenhakker, dessen Elf einen Sieg in der abschließenden Partie gegen Paraguay und gleichzeitig einen Erfolg der Engländer gegen Schweden benötigt.

Auf Schützenhilfe durch die Insel-Kicker hofft vor allem Trinidad-Kapitän und Ex-Premier-League-Legionär Dwight Yorke, der wie schon gegen Schweden nicht den Star heraushängen ließ, sondern sich als defensiver Mittelfeldspieler in den Dienst der Mannschaft stellte. "Mit ein bisschen Glück hätten wir heute einen Punkt gemacht. Wir haben das Maximum aus uns herausgeholt."(APA)

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    Die Trinis haben alles gegeben.

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