Steirische Spezialpappenfabrik Rosegg im Konkurs

7. Juli 2006, 14:16
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Schwierige Marktsituation und Verlust eines Großauftraggebers - Weiterführung nach Zwangsausgleich beabsichtigt

Graz - Die oststeirische Spezialpappenfabrik Rosegg Betriebs GmbH in Koglhof nördlich von Weiz ist im Konkurs. Dies teilten der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Freitag mit. Die Überschuldung beläuft sich laut KSV bei einer Vollliquidation auf rund 4,5 Mio. Euro, bei einer Teilliquidation auf rund 3,6 Mio. Euro. Von der Insolvenz sind 98 Dienstnehmer und rund 140 Gläubiger betroffen.

70 Prozent Exportquote

Das seit 1903 bestehende Unternehmens beschäftigt sich mit der industriellen Herstellung von Spezialpappe, Büro- und Werbartikel. Bei den Fertigprodukten handelt es sich um hochwertige und attraktive Büro- und Schulartikel wie Ordner, Ringmappen, Clipboards, Meetingkoffer, Angebotsmappen, Seminar- bzw. Konferenzmappen, Präsentationsmappen und Ablagehilfen. Die Exportquote liegt bei rund 70 Prozent, unter den Kunden finden sich auch namhafte heimische Firmen. Die Firma ist auch bei weiteren Unternehmungen beteiligt. Von der Insolvenz betroffen sind Dienstnehmer einschließlich der Geschäftsführung, davon 28 Angestellte und 70 Arbeiter. Zum Masseverwalter wurde der Grazer Rechtsanwalt Candidus Cortolezis bestellt.

Insolvenz der Schwesterfirma

Als Grund für die Pleite wurden von den Kreditschützern unter anderem Verluste im Unternehmensteilbereich Fertigung angegeben. Weiters habe sich laut AKV der Markt rückläufig entwickelt. Ab Sommer 2005 wurden Reorganisationsmaßnahmen durch- und dem Unternehmen weiteres Kapital zugeführt. Im Geschäftsjahr 2005/06 war aber ein Umsatzrückgang von 20 Prozent hinzunehmen, der einen Verlust von rund einer Mio. Euro brachte. Durch den Verlust eines Großauftraggebers habe sich die wirtschaftliche Lage weiter verschärft.

In den Bilanzen sei zwar dem AKV zufolge eine Überschuldung nicht ausgewiesen, während der bevorstehenden umsatzschwachen Sommermonate würden jedoch bei unverändertem Personalstand weitere Verluste unvermeidbar sein. Angesichts dieses Szenarios hätten die Hausbanken die Kreditlinien gesperrt, was zur Zahlungsunfähigkeit führte. Die Summe der Verbindlichkeiten beträgt einschließlich fällig werdender Abfertigungsansprüche der Dienstnehmer im Falle einer Liquidation 8,506 Mio. Euro, so der AKV. Die Aktiva im Buchwert von 8,038 Mio. Euro würden dann auf einen Liquidationswert von 4,048 Mio. Euro abgewertet.

Laut KSV ist die Gesellschaft buchmäßig nicht überschuldet. Das Eigenkapital belief sich mit Ende März auf rund 1,085 Mio. Euro. Geplant ist die reduzierte Fortführung des Unternehmens im Bereich Fertigung, welche in der Finanzierung eines Zwangsausgleiches gipfeln soll. (APA)

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