Pensionist schnitt Lebensgefährtin Kopf ab

18. Juni 2006, 19:46
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Bei 81-Jährigem hatten sich jahrelang Aggressionen gegen 14 Jahre jüngere Frau aufgestaut - Am Freitagmorgen tötete er sie

Jahrelang stauten sich bei einem 81-Jährigen die Aggressionen gegen seine Partnerin auf. Am Freitag tötete er die 14 Jahre jüngere Frau in Wien und schnitt ihr den Kopf ab.

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Wien – Am Freitagmorgen verlor Erich B. die Nerven. Und Elisabeth G., die Lebensgefährtin des 81-jährigen Juristen, kurz darauf ihr Leben. Der Mann tötete die 14 Jahre jüngere Frau in ihrer Wohnung in Wien-Hietzing, schnitt ihren Kopf ab und versuchte die Räumlichkeiten in Brand zu stecken, ehe Nachbarn ihn in Sicherheit brachten. An den genauen Tathergang kann sich der Pensionist nicht mehr erinnern.

"Es gab laufend Streitereien zwischen den beiden, offenbar war die Frau aufgrund ihres deutlich jüngeren Alters sehr dominant"; schildert Michael Mimra vom Kriminalkommissariat Süd die Situation in der Mansardenwohnung in der alten Gemeindebausiedlung in der Kalmanstraße. Auch am Freitag kam es zu einer Auseinandersetzung – bei der Erich B. schließlich seiner Partnerin erst eine Vase ins Gesicht schlug und dann mit einem Messer auf sie einstach. Die aufgestauten Aggressionen dürften dann ungezügelt ausgebrochen sein – der 81-Jährige schnitt der Frau den Kopf ab. Ob das Opfer zu diesem Zeitpunkt schon tot war oder nur bewusstlos, wird erst nach der Obduktion feststehen.

Wohnung angezündet

Nach der Tat zündete er eine Bank im Wohnzimmer an und irrte verwirrt durch den einstöckigen Bau. Nachbarn, die ihn bemerkten, verständigten dann die Feuerwehr, die in der Wohnung dann die enthauptete Leiche entdeckten. Der 81-Jährige wurde zunächst mit einer Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht und in künstliches Koma versetzt, konnte im Laufe des Tages aber kurz vernommen werden.

Was den tödlichen Streit letztendlich ausgelöst hat, blieb noch unklar. Geld war nach den Angaben der Ermittler aber eher nicht das Thema des schwelenden Konfliktes bei dem Paar, das sich seit mehreren Jahren kannte. Sondern die Art, wie die 67-jährige Frau ihren Partner, der nur zeitweise bei ihr wohnte, bemutterte und ermahnte. Während Nachbarn von einem zurückliegenden Selbstmordversuch und zunehmender Hinfälligkeit des Mannes zu berichten wissen, schätzt Mimra die Konstitution des Verdächtigen deutlich robuster ein. Da sich neben der Leiche mehrere Messer befanden, muss der Pensionist einige Energie in die Verstümmelung gesteckt haben. (Michael Möseneder, DER STANDARD - Printausgabe, 17./18. Juni 2006)

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    Nachbarn alarmierten zunächst die Feuerwehr. Dass die Polizei nötig ist, wurde erst bei den Löscharbeiten klar.

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