23. Juni 2006, 10:25
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Drei US-Tageszeitungen haben gegen die Ausweisung ihrer Reporter aus dem Gefangenenlager von Guantanamo protestiert. Die "Los Angeles Times", der "Miami Herald" und der "Charlotte Observer" berichteten am Donnerstag, die US-Armee habe die Journalisten angewiesen, das Lager auf Kuba wieder zu verlassen.

Maßnahme verstärkt Zweifel, dass alles mit rechten Dingen zugehe

In dem Schreiben an die Reporter wurde nach Angaben des "Charlotte Observer" eine Direktive von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zitiert. Der Chefredakteur der "Los Angeles Times", Doug Frantz, erklärte dazu, diese Maßnahme verstärke die Zweifel, dass in Guantanamo alles mit rechten Dingen zugehe. Auch der Chefredakteur des "Miami Herald", Tom Fiedler, sagte, es wäre im Interesse des Pentagon, dass es eine unabhängige Berichterstattung über das Lager gebe.

Ein Ministeriumssprecher sagte, die Reporter seien ausgewiesen worden, weil sie bereits genügend Zeit für ihre Berichterstattung gehabt hätten. Auch anderen Journalisten solle die Gelegenheit gegeben werden, das Lager zu besichtigen. Die Reporter hatten sich seit Samstag in dem Lager auf Kuba aufgehalten. (APA)

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