Melange: Rotes Schweigen zu ÖGB

22. Juni 2006, 16:30
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Zwischen Gewerkschaft und SPÖ herrscht seit Beginn des Bawag-Skandals eine veritable Gschwister- Verstimmung

Zwischen den angeblich siamesischen Zwillingen Gewerkschaft und SPÖ herrscht seit Beginn des Bawag-Skandals eine veritable Geschwister-Verstimmung. Die SPÖ schwankt zwischen zwei Strategien: Einerseits versucht sie, den ÖGB als unabhängig, vor allem von der SPÖ, darzustellen und die Bawag-Affäre eine ÖGB-Affäre sein zu lassen. Andererseits meldet sie sich immer wieder mit Tipps zu Wort, etwa dem Appell zum Verkauf der Bawag.

Nichtkommentieren

Seit den vergangenen Tagen aber, seit über die Übernahme der Bawag-Schulden durch die Gewerkschaft diskutiert wird, ist in der SPÖ Plan C in Kraft: Die roten Granden haben eine neue Strategie eingeschlagen - und schweigen sich zur neuesten Kapitel im ÖGB-Bawag-Krimi aus. So sehr die SPÖ das "Schweigen"von Kanzler Wolfgang Schüssel zu anderen Themen immer wieder kritisierte - nun üben sie sich selbst in der Kunst des Nichtkommentierens. Rote Granden lehnen Interviewanfragen ab. Nur die zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer kam um einen Kommentar nicht herum - hatte sie doch zu einer Pressekonferenz zu einem anderen Thema geladen. Ansonsten: das große Schweigen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 16. 6.2006)

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