2005 war Rekordjahr für europäische Finanzinvestoren

30. Juni 2006, 13:55
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Beteiligungsinvestitionen lagen im Vorjahr laut Branchenvereinigung EVCA bei rund 47 Milliarden Euro

Frankfurt - Europäische Finanzinvestoren haben nach Zahlen der Branchenvereinigung EVCA im vergangenen Jahr soviel Kapital eingesammelt und investiert wie niemals zuvor.

Mit Beteiligungsinvestitionen von rund 47 Mrd. Euro sei 2005 ein neuer Rekord aufgestellt worden, teilte die European Private Equity & Venture Capital Association am Donnerstag in Monte Carlo mit. Zugleich hätten die Fonds das Volumen des bei Anlegern eingesammelten Kapitals (Fundraising) kräftig auf 71,8 (2004: 27,5) Mrd. Euro erhöht.

Rekordjahr

"2005 war auf ganzer Linie ein Rekordjahr", erklärte EVCA-Chef Sir David Cooksey. Nicht nur das Segment mit großen Firmenübernahmen (Buy-outs) habe zugelegt, sondern auch der Bereich Wagniskapital und die Finanzierung neu gegründeter Unternehmen in der Startphase. Angesichts der hohen Summe an eingesammeltem Geld sei auch für die nächsten anderthalb Jahre mit kräftigem Wachstum zu rechnen. "Alles in Allem zeigen die Zahlen, dass die Aussichten für die Branche gut sind und dass europäisches Beteiligungskapital immer attraktiver wird", resümierte Cooksey.

Der Branchenverband hatte bereits Mitte März Zahlen für 2005 vorgelegt und dabei ein Rekordjahr ausgerufen. Nun musste der EVCA die Zahlen sogar nach oben korrigieren.

Rund ein Viertel der 2005 eingesammelten Gelder stammt der EVCA-Statistik zufolge von Pensionsfonds, die damit die größte Kapitalquelle darstellten und erstmals seit 2001 die Banken auf Rang zwei verweisen konnten. Diese kamen auf einen Anteil von knapp 18 Prozent. Investoren aus Großbritannien steuerten mit 29 Prozent den Löwenanteil der Mittel bei. Deutschland etwa kam im Vergleich nur auf gut sechs Prozent. Außereuropäische Anleger sorgten für knapp 35 (Vorjahr 24) Prozent der eingesammelten Gelder. "In absoluten Zahlen bedeutet das einen vierfachen Anstieg und zeigt, dass sich Europa für weltweite Investoren zu einem attraktiveren Markt entwickelt hat", hieß es.

Starke Renditen

Beim Ausstieg aus ihren Investments erlösten die europäischen Beteiligungsgesellschaften, die im Schnitt vier bis sieben Jahre bei einer Firma engagiert sind, 2005 in Summe 29,8 (Vorjahr 19,6) Mrd. Euro. Per Ende letzten Jahres hielten europäische Finanzinvestoren nach EVCA-Schätzungen noch Firmenbeteiligungen im Wert von 173 Mrd. Euro.

Die Renditen im Private-Equity-Geschäft liegen nach Zahlen des Branchenverbandes nach wie vor über den Erträgen in anderen Anlageklassen. Wer 1980 sei Geld einem Finanzinvestor gab, konnte - rechnerisch - pro Jahr mit einer Verzinsung von 10,3 Prozent rechnen. Das beste Viertel der Branche kam im gleichen Zeitraum sogar auf 22,9 Prozent. Bezogen auf die vergangenen drei Jahre ergibt sich zumindest noch eine Rendite von 6,3 Prozent, im Buy-out-Segment alleine von 9,1 Prozent. (APA/Reuters)

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