Posse um Pfister geht weiter

19. Juni 2006, 14:02
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Verband wirft ihm Alkoholmissbrauch vor - WM-Neuling Togo fordert Entschuldigung für Hymnen-Panne - FIFA reagierte prompt

Wangen/Bayern - Die Posse um Togos Teamchefs hat fast jeden Tag ein neues Kapitel zu bieten. Otto Pfister geht jetzt im Machtkampf rund um den nationalen Fußball-Verband (FTF) zum Angriff über. Der Trainer des WM-Neulings will gegen FTF-Generalsekretär Assogbavi Komlam vorgehen, der dem ungeliebten Deutschen Alkoholmissbrauch vorgeworfen hat. "Ich behalte mir nach der WM rechtliche Schritte vor", sagte Pfister nach dem Donnerstag-Training der Westafrikaner in Wangen im Allgäu.

"Zu sagen, dass ich Alkoholiker sei, ist wirklich lächerlich, weil ich keinen Tropfen Alkohol trinke", wird der 68-Jährige derweil auf der offiziellen Regierungs-Internetseite "republicoftogo.com zitiert. Zuvor hatte bereits der frühere deutsche Bundesligaprofi Bachirou Salou, der nun als Team-Koordinator Togos fungiert, eine Ehrenerklärung für den gebürtigen Kölner abgegeben.

Komlam hatte nach dem 1:3 im WM-Auftaktspiel am Dienstag gegen Südkorea über Pfister gesagt, er trinke "zu viel" und dies mit abfälligen Gesten unterstrichen. Mit diesem neuerlichen Eklat hat sich der Weltfußballverband (FIFA) noch nicht beschäftigt. "Ich weiß davon noch nichts", erklärte Mediendirektor Markus Siegler. "Es ist offensichtlich eine leidige Auseinandersetzung im togoischen Verband." Pfister hatte angekündigt, die Vorwürfe vor die FIFA zu bringen.

Unterdessen schalteten sich auch diplomatische Kreise in den Trubel rund um das Team aus Togo ein. Wegen der Hymnen-Panne vor dem 1:2 im Spiel gegen Südkorea verlangte der Botschafter in Berlin eine schriftliche Entschuldigung des WM-Organisationskomitees. Essohanam Comla Paka sagte der dpa am Donnerstag, der Zwischenfall habe demoralisierend auf die Mannschaft und die Anhänger gewirkt. "Das ist vor den Augen der ganzen Welt passiert." Deshalb sei nach einer mündlichen Entschuldigung an Ort und Stelle eine schriftliche Erklärung der WM-Organisatoren nötig, die er dem togoischen Volk überbringen wolle.

Die FIFA reagierte prompt und entschuldigte sich offiziell. "Es war ein menschlicher Fehler", erklärte FIFA-Mediendirektor Siegler. Sollte Togo eine schriftliche Entschuldigung fordern, werde die FIFA diesem Wunsch nachkommen, ergänzte er. Statt der togoischen war die südkoreanische Hymne ein weiteres Mal gespielt worden. Außerdem sei dann bei Togos Hymne der Rhythmus falsch gewesen, beklagte der Botschafter.(APA/dpa)

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    Pfister ist immer Gesprächsthema.

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