Ford zieht es nach Mexiko

26. Juni 2006, 10:01
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Autobauer erwägt massive Produktionsverlagerung und will in den nächsten Jahren 9,2 Milliarden Dollar investieren

Detroit - Der Autobauer Ford erwägt eine massive Verlagerung der Produktion aus den USA und Kanada nach Mexiko. Ein interner Plan des Konzerns sieht vor, in den kommenden sechs Jahren rund 9,2 Milliarden Dollar (7,32 Mrd. Euro) in Mexiko zu investieren und die dortige Produktion auf 850.000 Fahrzeuge jährlich zu verdoppeln, wie aus Unternehmensdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen.

In Mexiko könnten dadurch etwa 150.000 Jobs geschaffen werden. Sollte der Plan umgesetzt werden, würde das Investitionsvolumen etwa sieben bis neun Prozent der gesamten jährlichen Direktinvestitionen in Mexiko ausmachen, heißt es in den Unterlagen. Der Wert der erwarteten Exporte beliefe sich auf 18 Milliarden Dollar.

30.000 Stellen

Im Jänner hatte Ford einen Plan zur Umstrukturierung vorgestellt, der die Streichung von bis zu 30.000 Stellen in den USA und Kanada bis zum Jahr 2012 vorsieht. Außerdem soll dort die Produktion durch die Schließung von 14 Werken um ein Viertel gesenkt werden. Sollte der Mexiko-Plan umgesetzt werden, würden diese Produktionssenkungen etwa zur Hälfte wieder ausgeglichen.

Auf Grundlage des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) könnten die in Mexiko gebauten Fahrzeuge zollfrei über die Grenze zum Verkauf in die USA gebracht werden. Es wurde erwartet, dass das Vorhaben bei den Gewerkschaften auf Proteste stoßen würde. Der Kommunikationsdirektor der Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW), Paul Krell, sagte gegenüber AFP, die Pläne seien ihm bisher noch nicht bekannt. Er wolle sie erst nach einem Treffen mit Ford-Verantwortlichen kommentieren. (APA)

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