Hyundai-Motor-Chef übernimmt Verantwortung für Schmiergeldaffäre

26. Juni 2006, 10:01
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Geld aus Geheimfonds soll in den vergangenen Jahren an Regierungsbeamte und Politiker geflossen sein

Seoul - Der in eine Schmiergeldaffäre verwickelte Chef des südkoreanischen Autokonzerns Hyundai Motor, Chung Mong Koo, hat die Verantwortung für die schwarzen Kassen des Konzerns übernommen. Der 68-jährige Chung sandte einen am Donnerstag in den koreanischen Medien veröffentlichten Brief an das zuständige Gericht in Seoul, in dem er sich zugleich für sein Verhalten entschuldigte. Chung, der wegen des Vorwurfs der Untreue angeklagt ist, muss sich seit Anfang Juni vor Gericht verantworten. Eine direkte Rolle bei der Schaffung illegaler Finanzmittel hatte er bisher abgestritten.

"Ich trage die volle Verantwortung für die Tatsache, dass Fonds eingerichtet und in der Vergangenheit außerhalb des Unternehmens eingesetzt wurden", schrieb Chung. Er werde die rechtliche Verantwortung übernehmen. Zugleich bat Chung das Gericht um Milde. Der Konzernchef hatte bei einer Anhörung vor Gericht am Montag zwar gesagt, dass ihm die Existenz von Geheimfonds bekannt gewesen sei. Er könne sich jedoch nicht mehr daran erinnern, wie das Geld verwendet worden sei.

Das Geld aus den Geheimfonds soll in den vergangenen Jahren an Regierungsbeamte und Politiker geflossen sein, damit sie sich für die Geschäftsinteressen der zweitgrößten Industriegruppe des Landes einsetzen. Chung wird beschuldigt, Firmengelder in Höhe von mehr als 100 Milliarden Won (82,6 Mio Euro) abgezweigt zu haben, um damit die schwarzen Kassen anzulegen. Chung befindet sich seit Ende April in Untersuchungshaft. Ihm droht bei einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe. (APA/dpa)

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