Fünf Tote bei Angriff auf Polizisten

26. Juni 2006, 14:33
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Attentäter schossen mit Maschinengewehren auf das Fahrzeug der Beamten

Karachi - Unbekannte haben in der pakistanischen Hafenstadt Karachi am Donnerstag den Behörden zufolge ein Polizeifahrzeug angegriffen und fünf Menschen erschossen. Ein Soldat kam zudem ums Leben, als eine Bombe neben einem Militärkonvoi nahe der Grenze zu Afghanistan explodierte. Im Südwesten des Landes, wo Rebellen um die Kontrolle von Gasvorkommen kämpfen, wurden zwei weitere Menschen durch eine Mine getötet.

"Es sieht aus, als wenn es sich um eine gezielte Tötung handelt", sagte ein leitender Polizeivertreter zu dem Überfall in Karachi. Vier der Todesopfer seien Polizisten, darunter auch der stellvertretende Leiter eines Gefängnisses. Bei dem fünften Toten handelt es sich einem Krankenhausvertreter zufolge um einen Autofahrer, der zufällig vorbei kam. Wer hinter der Gewalttat steckt, ist den Behörden zufolge noch unklar. Der Vizechef des Gefängnisses habe jedoch seit geraumer Zeit Drohungen von Kriminellen erhalten.

Die Attentäter waren auf Motorrädern unterwegs und schossen mit Maschinengewehren auf das Fahrzeug der Polizisten. Der Angriff wurde nahe einem großen Markt für Elektrogeräte verübt - zahlreiche Passanten flohen aus Angst um ihr Leben. Nach einer rund zweiminütigen Maschinengewehr-Salve entkamen die Täter Augenzeugen zufolge auf ihren Motorrädern.

Karachi ist die größte Stadt Pakistans und hat eine hohe Kriminalitätsrate. Immer wieder haben islamische Extremisten Sicherheitskräfte und ausländische Ziele in der Stadt angegriffen. Außerdem treiben kriminelle Banden ihr Unwesen. Das Attentat ist dennoch das schwerste auf Polizeikräfte seit Jahren.

Auch nahe der afghanischen Grenze, wo der Militärkonvoi angegriffen wurde, bekämpfen die Sicherheitskräfte nach Angaben eines Militärsprechers militante Moslems mit Verbindungen zu den Taliban und der Extremisten-Organisation Al-Kaida. Erst am Samstag tötete die Armee bei einem Angriff auf ein Lager nach eigenen Angaben bis zu 20 Extremisten. (APA/Reuters)

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