Serbien erkennt Souveränität an

30. Juni 2006, 13:20
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Diplomatische Beziehungen sollen demnächst aufgenommen werden

Belgrad - Serbien hat Montenegro als souveränen Staat anerkannt. Die Regierung des serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica fasste bei einer Sitzung am Donnerstag den entsprechenden Beschluss, meldete der Belgrader Sender B-92. Auch sei entschieden worden, diplomatische Beziehungen mit Podgorica aufzunehmen, um "freundschaftliche und gut nachbarschaftliche Beziehungen" zu ermöglichen. Zudem beschloss das Kabinett von Kostunica, den in Serbien lebenden Montenegriner die Annahme der serbischen Staatsbürgerschaft zu ermöglichen.

Die Regierung fasste gleichzeitig auch den Beschluss, die montenegrinischen Studenten in Serbien auch künftig den heimischen Studenten gleichzustellen. An den Universitäten in Serbien studieren etwa 9.000 Montenegriner. Im Laufe der Kampagne vor dem Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro hatte es in Belgrad wiederholt geheißen, dass sie bei einer eventuellen Unabhängigkeit ihres Landes mit hohen Studiengebühren in Serbien rechnen müssten.

"Beginn neuer brüderlicher Beziehungen"

Podgorica erwartet, dass die heutige Anerkennung Montenegros durch Serbien den Beginn "neuer, qualitätsvoller, freundschaftlicher und brüderlicher Beziehungen" darstellen werde, erklärte ein Sprecher der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS). Man erwarte, dass die Republik Serbien alles unternehmen werde, wie dies auch die Regierung Montenegros getan habe, damit die Bürger der zwei Staaten keine negativen Folgen durch die Unabhängigkeit Montenegros und Serbiens würden hinnehmen müssen, präzisierte Predrag Sekulic. Serbien und Montenegro hatten 88 Jahre lang in einem Staat gelebt.

Montenegro hatte am 3. Juni offiziell seine Unabhängigkeit verkündet. Der gemeinsame serbisch-montenegrinische Staat war dadurch Geschichte. Die Bürger Montenegros hatten am 21. Mai bei einem Unabhängigkeits-Referendum mit einer Mehrheit von 55,5 Prozent für die Eigenstaatlichkeit gestimmt. Montenegro wurde inzwischen von zahlreichen Ländern weltweit anerkannt. (APA)

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