Kerbala: US-Armee verhaftet Vorsitzenden des Provinzrates

16. Juni 2006, 20:29
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Rat lässt aus Protest alle öffentlichen Einrichtungen schließen

Kerbela - In der irakischen Provinz Kerbala zeichnet sich nach der Festnahme eines Politikers eine Konfrontation zwischen der US-Armee und der Provinzverwaltung ab. Laut US-Armee nahmen Soldaten in der Nacht auf Donnerstag den Vorsitzenden des Provinzrates, Akil al-Subaidi, fest. Der Rat ordnete daraufhin aus Protest die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen in Kerbala an. Die Ratsmitglieder legten ihre Ämter vorübergehend nieder.

Provinzgouverneur Akil al-Khasali kündigte ein Treffen mit den wichtigsten Religionsgelehrten der schiitischen Pilgerstadt an, bei dem klare Entscheidungen zur Verbesserung der Sicherheitslage in Kerbala getroffen werden sollten. Die irakische Regierung wolle man daran nicht beteiligen, betonte er.

Ein Sprecher des Provinzrates sagte, die Soldaten hätten das Haus von Al-Subaidi gestürmt, dessen Wächter geschlagen und den Politiker mitgenommen. Die US-Armee erklärte, er werde verdächtigt, eine Bande gegründet zu haben, die mehrere Morde begangen habe. Einwohner von Kerbala sagten, vermutlich handle es sich um Morde an ehemaligen Funktionären der Baath-Partei des früheren Machthabers Saddam Hussein. (APA/dpa)

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