Über 400 Personen nach Gewalt in Dortmund in Gewahrsam

15. Juni 2006, 12:47
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Nach WM-Spiel Deutschland gegen Polen, 278 Hooligans aus Deutschland, 119 aus Polen - 32 leicht Verletzte

Dortmund - Insgesamt 429 Festnahmen gewaltbereiter Fußball-Fans hat das WM-Spiel zwischen Deutschland und Polen (1:0) am Mittwochabend nach sich gezogen. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen mitteilte, stammten 278 Hooligans aus Deutschland, 119 aus Polen. Die übrigen Verhafteten kamen aus anderen Ländern. 32 Krawallmacher erlitten leichte Blessuren, ein Polizist wurde von einem Hooligan mit einem Biss in die Wade ebenfalls leicht verletzt.

Die meisten gewaltbereiten Fußball-Fans hätten die Gefangenensammelstelle bereits im Laufe der Nacht wieder verlassen. 96 wurden allerdings "förmlich" festgenommen, so dass gegen sie weiter wegen Straftaten wie Körperverletzung oder Sachbeschädigung ermittelt wird. In diesen Fällen wird die Polizei in den kommenden Tagen auch noch Zeugen befragen. Im Rahmen des WM-Spiels seien rund 100.000 Fans in der Stadt gewesen. "Das waren Dimensionen, die alles sprengen, was wir bisher in Dortmund hatten", meinte Polizeipräsident Hans Schulze.

Die ersten Ausschreitungen hatten sich entwickelt, als die deutsche Polizei im Bereich des Alten Marktes in Dortmund eine Gruppierung von einschlägig bekannten 148 deutschen Hooligans mit einem starken Aufgebot einkesselte. Als diese abtransportiert werden sollten, griffen umstehende deutsche Fans, die offensichtlich nicht mit den polizeilichen Maßnahmen einverstanden waren, die Beamten massiv mit Steinen, Leuchtraketen, Tischen und Stühlen an. Zudem kam es in Nebenstraßen zu Reibereien zwischen deutschen und polnischen "Fans".

Auch vor dem Spiel zwischen England und Trinidad & Tobago in Nürnberg am (heutigen) Donnerstag (18:00) gab es bereits erste Verhaftungen. Fünf englische Fans wurden laut einer britischen Polizeisprecherin in der Nacht auf Donnerstag verhaftet. Drei sind bereits wieder auf freiem Fuß, während zwei Engländer in Verwahrsam blieben.

Für Aufregung sorgten auch einige Anhänger, die vor einem Pub Lieder über den Zweiten Weltkrieg anstimmten - die deutsche Polizei verhinderte durch einer Straßensperre ein Aufeinandertreffen mit deutschen Fans. Bis zu 70.000 Anhänger der "Three Lions" werden am Abend in Nürnberg erwartet.(APA/dpa)

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