Vier Verletzte bei Bombenexplosion in Istanbul

17. Juni 2006, 16:53
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Sprengsatz in Müllcontainer an Bushaltestelle war mit laut Medienberichten mit Zeitzünder versehen

Istanbul - Bei einer Explosion in der historischen Altstadt von Istanbul sind am Donnerstag vier Menschen verletzt worden. Laut türkischen Medienberichten wurde die Detonation von einer Bombe verursacht, die in einem Müllcontainer neben einem Busbahnhof versteckt war. Der Sprengstoff sei mit einem Zeitzünder versehen gewesen, berichteten übereinstimmend die Nachrichtensender CNN-Türk und NTV. Die Explosion ereignete sich auf einem belebten Platz am Goldenen Horn im Altstadtbezirk Eminönü unweit von Moscheen und Basaren, die auch gern von Touristen besucht werden.

Istanbuls Polizeipräsident Celalettin Cerrah lehnte es dagegen ab, voreilig von einer Bombe zu sprechen. Dies müssten erst die Untersuchungen der Sprengstoffexperten ergeben, sagte Cerrah vor Journalisten. Genau so gut könne die Explosion durch Sprayflaschen oder Ansammlungen von Methangas ausgelöst worden sein. Unter Hinweis auf die Tourismus-Saison bat er darum, "nicht zu übertreiben".

Mitarbeiter der Stadtreinigung sagten, der Müllbehälter sei erst halb voll gewesen, als sie wenige Minuten vor der Explosion heineingesehen hätten. Normalerweise werde der Container jede halbe Stunde geleert. Verletzt wurden nach Angaben der Ärzte vier Männer im Alter zwischen 21 und 54 Jahren. Zwei erlitten durch den Knall leichte Hörschäden. Die beiden anderen hätten Kratzer abbekommen, einer von ihnen eine Schnittwunde am Arm.

In Istanbul waren zuletzt vor zwei Monaten bei einem Bombenanschlag in einer belebten Einkaufsstraße mehr als 30 Menschen verletzt worden. Den Ermittlungen der Behörden zufolge war dieser Anschlag von kurdischen Extremisten verübt worden, die in Lagern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak dafür ausgebildet worden waren. Die so genannten Freiheitsfalken Kurdistans, eine PKK-Splittergruppe, haben sich in der Vergangenheit zu mehreren Anschlägen bekannt. Darunter waren auch einige in türkischen Touristengebieten. (APA/dpa)

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