120 Afghanen an Hungerstreik in Oslo beteiligt

19. Juni 2006, 16:22
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Ärzte befürchten dauerhafte gesundheitliche Schäden - Flüchtlinge befürchten Ausweisung in ihre Heimat

Oslo - In Oslo hat sich eine vor Wochen begonnene Hungerstreik-Bewegung von Exil-Afghanen ausgeweitet. An dem Hungerstreik vor der Kathedrale der norwegischen Hauptstadt beteiligten sich am Mittwoch 120 Flüchtlinge, die eine Ausweisung in ihre Heimat befürchten. Bei einigen Hungerstreikenden, die bereits seit dem 26. Mai die Nahrungsaufnahme verweigern, befürchten die Ärzte dauerhafte gesundheitliche Schäden.

Nach drei Wochen seien die körperlichen Reserven allmählich aufgebraucht, sagte der Notarzt Endre Sandvik. "In der Regel streiken die Nieren zuerst, aber auch das Hirn kann geschädigt werden", fügte Sandvik hinzu.

In Norwegen leben rund 6000 Flüchtlinge aus Afghanistan. Bei einem Drittel wurden die Asylanträge endgültig abgelehnt. Die Polizei hatte angekündigt, sie wolle für diese Gruppe Ende Juni mit der Abschiebung beginnen. (APA)

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