Olmert und Villepin vor "Mauer der Gerechten"

21. Juni 2006, 15:32
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Israels Premier besucht Holocaust-Museum in Paris und eröffnet dabei mit dem Premier eine 30 Meter lange Gedenkmauer für die Helfer der Verfolgten

Paris - Nach seinen Gesprächen mit Präsident Jacques Chirac hat der israelische Regierungschef Ehud Olmert am Mittwoch das 2005 wiedereröffnete größte europäische Holocaust-Museum in Paris besucht. Dabei eröffnete er gemeinsam mit Premierminister Dominique de Villepin im Museum eine 30 Meter lange "Mauer der Gerechten" mit den Namen von 2693 Franzosen, die sich während der Nazi-Herrschaft für die Rettung von Juden eingesetzt haben. In dem Museum im historischen Judenviertel Marais gibt es seit 2005 bereits eine Mauer der Erinnerung mit den Namen von 76.000 getöteten Juden.

Vor Überlebenden der Judenverfolgung sagte Olmert auf Hebräisch, er sei bewegt, diejenigen "ehren zu können, die ihr Leben und ihre Zukunft riskiert haben, um nicht nur Juden, sondern die Ehre der Menschheit zu retten". Villepin sagte: "Die Wahrheit ist, dass die Republik Bürger der Verfolgung und Gewalt preisgegeben hat, die stets mit Überzeugung für ihre Werte eingetreten waren. Die Wahrheit ist, dass der französische Staat dem Nazi-Wahn assistiert hat, indem er Razzien und die Deportation von 76.000 Juden organisiert hat." Das sei lange verschwiegen worden. Die Gerechten hätten "den Geist Europas und Frankreichs gerettet". Ihre Geschichte müsse erzählt werden. (APA/dpa)

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    Die 30 Meter lange "Mauer der Gerechten" versammelt die Namen von 2693 Franzosen, die sich während der Nazi-Herrschaft für die Rettung von Juden eingesetzt haben.

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