"Koalition der Willigen" schrumpft weiter

19. Juni 2006, 15:23
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Nach Spanien, den Niederlanden und der Ukraine zieht nun auch Italien seine Truppen ab - Südkorea stellt mit 3000 Soldaten drittgrößtes Kontingent

Hamburg - Zur multinationalen Truppe auf irakischem Territorium gehören 132.000 Soldaten der Führungsmacht USA und 8000 Briten. Hinzu kommen etwa 11.000 Soldaten aus zwei Dutzend anderen Ländern. Mit dem Abzug von zunächst 1000 der 2600 Italiener wird die so genannte Koalition der Willigen erneut kleiner.

Zu Kriegsbeginn zählte die Koalition noch fast 300.000 Mann aus 38 Nationen. Der Domino-Effekt hatte 2004 mit dem Rückzug der mehr als 1300 Spanier begonnen. Ihnen folgten einige mittelamerikanische Länder, 2005 dann die Niederlande und die Ukraine.

Großbritannien plant teilweisen Rückzug

Das US-Militär soll Aufständische im Norden, Westen und im Zentralirak in Schach halten. Im Süden sind die Briten zuständig. Weil die Zahl der irakischen Sicherheitskräfte mittlerweile auf mehr als 230.000 angestiegen ist, will London bald etwa 800 Soldaten heimholen.

Südkorea mit drittgrößtem Kontingent

Mit etwa 3000 Soldaten stellt Südkorea das drittgrößte Kontingent. Die Männer werden im Norden und Süden vor allem bei Baumaßnahmen und für humanitäre Zwecke eingesetzt. Im Mai begann Korea mit dem Abzug von zunächst tausend Mann. Rumänien hat mehr als 800 Mann im Einsatz.

Hauptsächlich aus Ingenieuren und medizinischem Personal besteht die 600 Mann starke japanische Truppe im Süden. Dort sind auch die etwa 500 Dänen stationiert. 80 sollen bald abgezogen werden.

Polen kontrolliert mit seinem kürzlich auf 900 Mann reduzierten Kontingent den Sektor Zentraler Süden. Unter polnischem Kommando stehen auch einige hundert Soldaten aus El Salvador und Litauen. Die Liste der kleineren Koalitionäre reicht von Albanien bis zur Mongolei. (APA/dpa)

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