Laborversuch als Hinweis auf natürliche Kreuzung

17. Juni 2006, 12:00
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Wissenschafter kreuzten zwei Schmetterlingsarten - das Ergebnis erinnerte an eine natürlich vorkommende verwandte Spezies

London - In Panama ist Wissenschaftern eine ungewöhnliche Züchtung von Schmetterlingen gelungen: Die Forscher kreuzten im Laborversuch einen tropischen Schmetterling der Art Heliconius cyndo mit schwarzen, weiß-gelb gepunkteten Flügeln mit einem Heliconius melpomene, dessen Flügel rot gezeichnet sind - dabei entstand eine dritte, im Grunde neue Heliconius-Art, wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" in seiner neuesten Ausgabe berichtet.

Die Wissenschafter vom panamaischen Tropenforschungsinstitut ordneten die beim Kreuzungsversuch entstandene Schmetterlingsart dem anderweitig schon bekannten Heliconius heurippa zu, der in Venezuela und Kolumbien sowie in Panama vorkommt und ein naher Verwandter der beiden gekreuzten Schmetterlinge ist. Sie schlossen jedoch aus dem geglückten Labor-Versuch, dass derartige Kreuzungen in der Natur auch spontan vorkommen können. Der gekreuzte Heliconius hat rot-gelb gepunktete Flügel.

Während Kreuzungen bei Haustieren seit langem üblich sind, galten sie bisher bei frei lebenden Tieren als unwahrscheinlich. In der Regel sind die Kreuzungen unterschiedlicher Tierarten unfruchtbar: Bekanntester Fall dafür sind der Maulesel und das Maultier, die Kreuzungen aus Esel und Pferd sind und keine Fortpflanzungsfähigkeit besitzen. Für Aufsehen sorgte zuletzt auch der Abschuss eines Bären in Kanada, welcher sich als Mischling aus Eisbär und Grizzly entpuppte. In Zoos waren die beiden Bärenarten schon wiederholt erfolgreich gekreuzt worden, ihr Nachwuchs ist sogar fortpflanzungsfähig. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zwei Schmetterlinge aus der Heliconius-Familie

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