Belgrader Frauenschutzzentrum wird weiter von Wien finanziert

16. Juni 2006, 09:17
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Bereits 208 Frauen und Kinder im Schutzzentrum untergebracht

Belgrad - Das Belgrader Frauenschutzzentrum wird auch in den kommenden drei Jahren finanzielle Unterstützung von der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit (OEZA) erhalten. Österreich, das einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung des Frauen- und Menschenhandels in Südosteuropa setzt, hat für die dritte Phase des Projektes "Shelter for Victims of Trafficking in Human Beings" einen Betrag von 214.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich für drei Jahre auf insgesamt 289.000 Euro. Das serbische Ministerium für Arbeit, Beschäftigung und Soziales ist daran mit 75.000 Euro beteiligt. Nachhaltig abgesichert ist das Frauenschutzzentrum sowohl durch die Finanzhilfe der OEZA als auch eine langfristig angelegte Unterstützung durch die serbische Regierung.

Nachdem das Schutzzentrum zunächst von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) geführt wurde, wird es nun erstmals in Eigenverantwortung der lokalen NGO "Counselling Against Family Violence" (CAFV) betrieben. Die Leiterin des CAFV, Vesna Stanojevic, sagte der APA gegenüber, dass in dem Schutzzentrum mit geheimem Standort bisher insgesamt 208 Personen - 164 Frauen und 44 Kinder - Unterkunft gefunden hätten. Zur Zeit befänden sich dort vier Frauen und ein Kind. Die Unterkunft für die Opfer von Menschenhandel werde von der für Opfer häuslicher Gewalt getrennt geführt.

Serbien ist seit Jahren ein wichtiges Transitland im Menschenhandel. Nach inoffiziellen Schätzungen haben in den vergangenen sechs Jahren mehrere hunderttausend Opfer von Menschenhandel das Gebiet Serbiens passiert. (APA)

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