Bayer erwarb weitere Schering-Aktien über die Börse

16. Juni 2006, 19:15
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Inzwischen hält der Konzern 40 Prozent des Schering-Kapitals - Am 22. Juni wird er angebotenen Kaufpreis der Übernahme bekannt geben

Frankfurt - Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat auch nach der Einigung mit dem Darmstädter Rivalen Merck weitere Schering-Aktien an der Börse gekauft.

Bis Donnerstagnachmittag habe Bayer zusätzliche 4,6 Mio. Schering-Aktien, das sind 2,38 Prozent des Schering-Grundkapitals, am Markt erworben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Bayer habe die Aktien zu Preisen von 86,70 bis 89 Euro gekauft. Damit besitze der Konzern inzwischen 40,21 Prozent des Schering-Kapitals.

Ergebnisse des Mittwochnacht abgelaufenen Offerts an die Schering-Aktionäre teilte Bayer nicht mit. Dass Bayer die für eine Übernahme nötige Andienungsquote von 75 Prozent erreicht hat, gilt als sicher, seit der Konkurrent Merck sich zum Verkauf seines Schering-Pakets von rund 22 Prozent an Bayer entschlossen hat. Bayer will am 22. Juni das offizielle Ergebnis seines Kaufangebots für Schering bekannt geben.

Merck: "Tauziehen initiiert"

Der Merck-Konzern hat das jüngste Tauziehen mit dem Konkurrenten Bayer nach eigenen Angaben initiiert, um sich eine Hintertür für den Einstieg bei Schering offen zu halten. "Wir wollten eine Basis schaffen, um auf ein mögliches Scheitern des Bayer-Gebots reagieren zu können. Um für diesen Fall selbst ein wichtiger Aktionär zu bleiben oder möglicherweise auch irgendwann auf 30 Prozent zu kommen", sagte Merck-Chef Michael Römer der "Financial Times Deutschland" (FTD, Freitag). Ab einem solchen Anteil muss ein Unternehmen allen Aktionären ein Übernahmegebot machen.

"Wir haben nach dem Bayer-Offert nicht mehr weitergeboten. Daraus hat jeder geschlossen, wir hätten nicht mehr als 77 Euro gezahlt", sagte Römer. "Die 86 Euro wären noch vertretbar gewesen - wir wollten aber nicht in einem Bieterkampf noch viel mehr zahlen." Merck hatte vom 30. Mai bis zum 14. Juni beinahe täglich Schering-Anteile erworben und besaß zum Schluss mehr als 41,5 Millionen Papiere. Der Preis war zwar in den vergangenen Tagen stetig gestiegen, lag mit zuletzt durchschnittlich 86,8 Euro aber immer noch deutlich unter den 89 Euro, die Bayer nun an Merck überweist. (APA/Reuters)

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    Der Schering-Kaufpreis steigt um mehr als 400 Millionen Euro - Merck macht Kasse und hofft auf weitere Kooperationen.

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