Dusseliger Konstruktionsfehler ließ "Genesis"-Sonde abstürzen

21. Juni 2006, 15:29
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Bericht der Unter­suchungskommission: Schalter waren falsch herum eingebaut - Hersteller hatte Test aus Kostengründen vereinfachen lassen

Los Angeles - Ein schwerer Konstruktionsfehler hat 2004 zum Absturz der Raumsonde "Genesis" geführt, die Partikel des Sonnenwindes zur Erde zurück bringen hätte sollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine unabhängige Untersuchungskommission, deren 231-seitiger Bericht am Dienstag vorgestellt wurde. Die Sonde stürzte demnach nach einer dreijährigen Reise durch das All ungebremst auf die Erde, da Schalter, die die Bremsfallschirme auslösen sollten, falsch herum eingebaut worden waren.

Den Konstrukteuren wird vorgehalten, dies nicht bemerkt zu haben. Der Hersteller Lockheed Martin hatte wegen des zeitlichen Drucks beim Bau der Sonde einen umfassenden Test, bei dem der Fehler aufgefallen wäre, abgesagt und sich mit einem einfacheren begnügt. Dem federführenden NASA-Labor für Strahltriebwerke (Jet Propulsion Laboratory - JPL) wird vorgeworfen, das Projekt nicht ausreichend überwacht zu haben. Anhand der Partikel des Sonnenwinds wollten die Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems gewinnen. (APA/AP)

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    Kläglicher Anblick: "Genesis" nach der unsanften Landung in Utah

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