"Human Rights Watch" fordert Untersuchung von Gaza-Explosion

16. Juni 2006, 13:22
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Zweifel an israelischer Armeedarstellung

Gaza - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Israel zu einer unabhängigen Untersuchung der Explosion an einem Strand des Gaza-Streifens aufgefordert. In einer am Mittwoch in Gaza verbreiteten Erklärung meldete die Organisation Zweifel an der Darstellung der israelischen Armee an, die die Verantwortung am Vortag offiziell zurückgewiesen hatte. Nach palästinensischen Angaben hatte die israelische Armee den Strand am Freitag mit Granaten beschossen und dabei sieben Angehörige einer palästinensischen Familie getötet.

"Es gab viele Spekulation über den Hintergrund des tödlichen Zwischenfalls am Strand. Von uns zusammengetragene Beweise deuten ganz stark darauf hin, dass israelisches Artilleriefeuer verantwortlich ist", teilte HRW mit. So gebe es am Ort der Explosion drei etwa gleich große Krater im Abstand von nur 100 bis 300 Metern. Dort seien frische Metallsplitter gefunden und ein Stempelaufdruck "155mm" gefunden worden. Auch die Art der Verletzungen deute auf Granatsplitter hin. Laut Ergebnis der israelischen Untersuchung ist die Wahrscheinlichkeit, dass von mehreren abgefeuerten israelischen Granaten eine zu dem Zeitpunkt und an dem Ort am Strand von Gaza einschlug, praktisch gleich Null. Aus der Armee war die Beschuldigung laut geworden, militante Palästinenser könnten dort eine Mine vergraben haben. (APA/dpa)

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