Kein Zugang für die Zielgruppe

8. Juni 2000, 13:40

Der Privatkonkurs bleibt einkommensschwachen Personen wie Hausfrauen oder Alleinerzieherinnen vielfach verwehrt

Salzburg - Der 1995 eingeführte Privatkonkurs hat sich zwar mittlerweile als durchaus praktikabel erwiesen, dennoch bleibt der Zugang zu diesem Entschuldungsinstrument vielfach ausgerechnet jenen Betroffenen verwehrt, welche vor fünf Jahren die erklärte Zielgruppe waren, nämlich einkommensschwachen Personen wie Hausfrauen oder Alleinerzieherinnen. Dies ist eines der Resümees, welche Peter Niederreiter und Klaus Papula von der Salzburger Schuldnerberatung am Donnerstag bei einem Pressegespräch zum Thema "Fünf Jahre Privatkonkurs" zogen.

Fast die Hälfte aller KlientInnen der Schuldnerberatung sind Frauen, in der Statistik über die "Privatkonkurse" schrumpft ihr Anteil dann plötzlich auf ein Drittel. Gerade das einkommensschwache - oder im Falle von Hausfrauen gar einkommenslose - Klientel sieht sich oft außer Stande, die für den Privatkonkurs erforderliche Mindestquote von zehn Prozent aufzubringen. Für die österreichischen Schuldnerberatungsstellen einer der Gründe, warum sie diese Mindestquote gerne eliminiert sähen. (APA)

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