VP-"Freundeskreis" sieht keine Niederlage für Lindner

22. Juni 2006, 19:16
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SP-Stiftungsrat Krammer: "Starke Willensäußerung des Stiftungsrates"

In der laufenden ORF-Debatte kolportierte "Missstände" sollen nun von einer "Gruppe" von Personen ORF-intern untersucht werden. Das Ergebnis soll bis Mitte Juli vorliegen. Dies ist der Kompromiss, auf den sich der Stiftungsrat des Öffentlich-Rechtlichen am Dienstag in seiner Sondersitzung einigte.

Schmidl: "Femegericht"

"Unverständnis und Unbedarfheit bei den Kollegen lassen mich die Sitzung verlassen", so Zentralbetriebsratsobmann Fiedler, bevor er die Sitzung frühzeitig verließ. "Anträge, in denen Vorverurteilungen eingepackt sind, können wir nicht mittragen", so TV-Betriebsrat Roland Schmidl. "Es lebe das Femegericht."

Bergmann: "Vorverurteilung" ausgeräumt

Kurt Bergmann, Vorsitzender des ÖVP-"Freundeskreises", sah dagegen genau diese "Vorverurteilung", wie sie im ursprünglichen Antrag zu finden gewesen sei, ausgeräumt. "Im ersten Antrag waren die Vorwürfe mehr oder minder als gottgegeben dargestellt. Im jetzigen Antrag heißt es ganz deutlich, dass es um kolportierte Vorwürfe geht."

Niederlage für Lindner? "Das kann man so nicht interpretieren"

Bergmann wollte die Ereignisse in der Sondersitzung freilich nicht als Niederlage für Lindner ausgelegt wissen. "Das kann man so nicht interpretieren", betonte Bergmann, der zugleich einräumte: "Natürlich ging es auch um die Abwägung: Werde ich mit einem Antrag, der mir überhaupt nicht gefällt, niedergestimmt, oder finden wir einen Kompromiss, mit dem jeder leben kann. So ist das, wenn man in der Minderheit ist."

Gheneff: "Nix ist fix"

Die BZÖ-nahe Stiftungsräten Huberta Gheneff freute sich "sehr" über den "breiten Konsens": "Das war unser Ziel", sagte sie. Für die ORF-Wahl sei dies jedoch weiterhin kein Präjudiz. "Nix ist fix."

Krammer: "Starke Willensäußerung des Stiftungsrates"

SP-Stiftungsrat Karl Krammer sprach von einer "starken Willensäußerung des Stiftungsrates". Von einer Vorverurteilung könne keine Rede sein. Es müsse aber eine "Klärung der Vorwürfe" geben.

Strobl: "Klares Signal gegen Frauenfeindlichkeit"

Pius Strobl, Grüner Stiftungsrat, zeigte sich "sehr froh, dass der Stiftungsrat ein klares Signal gegen Frauenfeindlichkeit, Mobbing, Karrieredruck und Eingriffe ins Redaktionsstatut gegeben hat". (APA)

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