Fatah und Hamas starten Verhandlungen

14. Juni 2006, 14:29
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Abbas deutet Bereitschaft zu Verzicht auf Referendum an - Hamas-Delegation: "Widerstand gegen Israel, nicht gegeneinander"

Gaza - Nach der gewaltsamen Eskalation im Streit zwischen der Fatah und der Hamas wollen die beiden politischen Lager in den Palästinensergebieten ihren Streit in Verhandlungen auf höchster Ebene beilegen. Ab Mittwoch früh würden Vertreter beider Lager eine Woche lang über eine einvernehmliche Lösung der strittigen Fragen beraten, sagte der palästinensische Präsident und Fatah-Chef Mahmoud Abbas am Dienstagabend nach einem Treffen mit dem zur Hamas gehörenden Ministerpräsidenten Ismail Haniyeh und Vertretern anderer Gruppierungen in Gaza.

Abbas deutet Bereitschaft zu Verzicht auf Referendum an

Abbas deutete an, dass er auf das von der Hamas abgelehnte Referendum über eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel verzichten könnte: "Das Referendum ist immer noch eine Möglichkeit, aber unsere Priorität ist eine Verhandlungslösung." Grundlage der Verhandlungen sei die so genannte Gefangeneninitiative, die die Schaffung eines palästinensischen Staates in Koexistenz mit Israel vorsieht. Am 26. Juli will Abbas die Palästinenser nach bisheriger Planung über den Entwurf abstimmen lassen.

"Widerstand gegen Israel, nicht gegeneinander"

Den Auftakt der Verhandlungsrunde solle Mittwoch früh ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Abbas und Haniyeh bilden, sagte ein Präsidentensprecher. Der Chef der Hamas-Delegation, Khalil al-Hayya, sprach sich für ein "nationales Abkommen" der beiden Lager aus. "Unser eigentliche Widerstand richtet sich gegen die Besatzung und nicht gegeneinander." Am Montag war es zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern beider Gruppierungen gekommen. Dabei war unter anderem das Parlamentsgebäude in Ramallah in Brand gesteckt worden.(APA)

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