Olmert genehmigt Waffenlieferung als Unterstützung für Abbas

16. Juni 2006, 13:22
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Palästinensische Sicherheitskräfte erschießen Mann bei Ramallah

London/Ramallah - Inmitten der angespannten Lage im Nahen Osten hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert eine Waffenlieferung in die Palästinensergebiete genehmigt. Mit den Rüstungsgütern solle der moderate Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) im Machtkampf mit der radikalen Hamas-Regierung gestärkt werden, sagte Olmert am Dienstag zum Ende seines Aufenthalts in London. Die Waffen gingen an Abbas' nahestehende Sicherheitskräfte. Weitere Einzelheiten über Umfang und Herkunft der Waffen- und Munitionslieferung nannte Olmert nicht.

Ein Mitarbeiter Olmerts sagte der Nachrichtenagentur Reuters, etwa 375 Sturmgewehre seien an einem von Israel kontrollierten Grenzübergang zwischen Jordanien und dem Westjordanland angekommen. Dies sei ungefähr die Hälfte der genehmigten Waffenlieferungen an Abbas. Palästinensische Behördenvertreter und westliche Diplomaten hatten zuvor berichtet, Ägypten und Jordanien wollten Waffen und Munition an die Präsidentenwache von Abbas liefern.

Eskalation

Die Gewalt im Nahen Osten ist in den vergangenen Tagen eskaliert. Dabei kam es nicht nur zu zahlreichen Angriffen zwischen Israel und palästinensischen Extremisten. Anhänger der rivalisierenden Palästinenser-Gruppen Hamas und Fatah griffen sich auch gegenseitig an. Mehrere Menschen wurden getötet.

Palästinensische Sicherheitskräfte erschossen unterdessen an einer Straßensperre im Westjordandland einen Landsmann. Der 34-Jährige aus Ramallah habe sich trotz Aufforderung geweigert anzuhalten, verlautete aus den Reihen der Sicherheitskräfte am Dienstagabend. Die genauen Umstände des Vorfalls waren zunächst nicht bekannt. Es bestehe jedoch kein Zusammenhang mit den seit Tagen anhaltenden gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Fatah und Hamas, hieß es. (APA/Reuters)

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