Wiesenrispediskurs

14. Juni 2006, 10:30
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Ein allgemeines Jammern übers WM-Gras: "Zu hart", "zu rutschig", "zu lang" - Rasenflüsterer wehren sich

Berlin - Allmählich hat man sich an "Volker"gewöhnt, das schweißtreibende Hoch über Deutschland. Also sucht der gelernte Kritikaster ein neues Thema. Und weil man zuweilen ja wirklich das Gras wachsen hören kann, lässt sich sagen: Der Rasen im Frankfurter Stadion erinnert frappant ans Hanappi-Stadion. So fleckig und schütter ist er.

In Leipizig dagegen ist er hart. Der Niederländer Ruud van Nistelrooy brach als erster das Schweigen: "Wir wollten eigentlich attraktiveren Fußball spielen, aber der Rasen war zu hart."In Kaiserslautern ist es wiederum ganz anders. Japans brasilianischer Teamchef Zico klagte: "Zu hoch."Und weil's jetzt diesbezüglich eh schon egal ist, wird selbst Michael "die Lichtgestalt" Ballack mit folgenden Worten zitiert: "Der Rasen ist zu rutschig, alle Spieler haben damit zu kämpfen."

"Aber geh", erwidert sinngemäß Rainer Ernst, Mitglied des WM-Rasenkompetenzzentrums. Mag sein, es ist witterungsbedingt zu Unpässlichkeiten gekommen. "Es war zu kalt, aber das Problem der Standhaftigkeit dürfte in den nächsten Tagen nicht mehr auftreten."Denn: "Sämtliche Grashalme sind exakt 28 Millimeter lang. "Und der Rasen bestehe aus 75 Prozent Wiesenrispe und 25 Prozent Weidelgras. Na eben. (sid, wei - DER STANDARD PRINTAUSGABE 14.6. 2006)

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