Generali dementiert Interesse nicht mehr

22. Juni 2006, 19:56
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Italiens größter Versicherer wird Interesse an der Bawag nachgesagt, deutsche Commerzbank winkt ab – Allianz ist im Gespräch

"Wir kommentierten keine Gerüchte." Dies ist die offizielle Reaktion auf Gerüchte in Mailand, wonach Generali mit der deutschen Commerzbank die Bawag übernehmen will. Während die Commerzbank am Dienstag klar die Gerüchte dementierte, tritt Italiens größter Versicherer Assicurazioni Generali leiser.

Die Floskel – "wir kommentieren keine Gerüchte" – wird in Italien so interpretiert, dass am Gerücht ein gewisser Wahrheitsgehalt ist. Schließlich befindet sich Europas drittgrößter Versicherer auf Wachstumskurs. Im Visier stehen Mittel- und Osteuropa. Erst kürzlich hat Generali über ihre Wiener Tochter die Präsenz in Zentral- und Osteuropa um ein neuntes Land erweitert. Sie übernahm 51 Prozent des ukrainischen Sachversicherers Garant Auto und an der Lebensversicherung Garant Life.

Markteintritt in Serbien

Vor Kurzem erfolgte auch der Markteintritt in Serbien. In Österreich ist Generali zwar gut aufgestellt. Ein Vertrieb seiner Produkte über die Bawag könnte dem Versicherungskonzern nicht schaden, kommentieren Mailänder Analysten die Option.

Noch vor einem Jahr sagte Generali-Chef Sergio Balbinot zum STANDARD: "Die Bawag interessiert uns nicht." Heute ist die Aussage wesentlich schwächer. Tatsache ist, dass der Konzern zum Wachsen gezwungen ist, um nicht übernommen zu werden. Die deutsche Allianz als Vertriebspartner von Bawag ist angeblich auch an der Gewerkschaftsbank interessiert. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.6.2006)

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